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AlexanderTrippel

23.9.1744 Schaffhausen, 24.9.1793 Rom, reformiert, von Schaffhausen. Sohn des Hans Jakob, Schreiners, und der Ursula Habicht. Ledig. 1755 kam Alexander Trippel mit der Mutter, die ihrem ausgewanderten Gatten gefolgt war, nach London und half seinem Vater in der Werkstatt. 1760 begann er eine Lehre als Musikinstrumentenbauer, wenig später als Elfenbeinschnitzer in der Werkstatt Johann Lückes in London. Nach dem Tod der Mutter fand Trippel 1761 im Atelier des Bildhauers Johannes Wiedewelt, ab 1766 bei Carl Frederik Stanley in Kopenhagen Aufnahme. Bei Wiedewelt liess er sich von Johann Joachim Winckelmanns Antikerezeption beeinflussen und wirkte unter anderem an den dänischen Königsgräbern im Dom von Roskilde mit. Stanley ermöglichte ihm den Besuch der Königlichen Akademie (1768 Grosse Goldmedaille). In den Pariser Jahren 1772-1775 entwickelte Trippel seine Virtuosität und weckte, vermittelt durch Christian von Mechel, mit der als Allegorie auf die Eidgenossenschaft konzipierten Gipsfigur "Der ruhende Herkules" (1775) das Interesse der Schweizer Aufklärer. Von seinen Entwürfen für die Helvetische Gesellschaft gelangte allerdings nur ein Pokalsockel zur Ausführung, der Tell mit seinem Sohn zeigt. Die Figurengruppe wurde später zum Signet für die Helvetische Republik. Trippel, der als Bildhauer in der Schweiz kaum zahlungskräftige Auftraggeber fand, zog 1776 nach Rom und etablierte sich dort als führende Künstler- und Lehrerpersönlichkeit des jungen deutschen Klassizismus. In Rom porträtierte er unter anderem Johann Wolfgang von Goethe (1788, 1790) und erhielt 1787 mit dem "Grabmal des Gouverneurs Sachar Tschernyschew" (1789) seinen ersten Grossauftrag. Mit dem "Denkmal Salomon Gessner" (1793) in Zürich schuf er das erste bürgerliche Denkmal der Aufklärung in der Schweiz. Sein letztes Monumentalwerk, das "Grabmal des Fürsten Johann Nepomuk von Schwarzenberg" in Třeboň (Tschechische Republik), wurde kurz nach seinem Tod vollendet.

Quellen und Literatur

  • K.H. Vogler, «Der Bildhauer Alexander Trippel aus Schaffhausen», in Njbl. des Kunstvereins und des hist.-antiquar. Vereins zu Schaffhausen 1, 1892; 2, 1893
  • Alexander Trippel, Ausstellungskat. Schaffhausen, 1993
  • D. Ulrich, «Alexander Trippel als "Fall"», in Outlines 2, 2004
  • B. Maaz, «Alexander Trippel», in Antikes Leben, Ausstellungskat. Bad Arolsen, 2009
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 23.9.1744 ✝︎ 24.9.1793

Zitiervorschlag

Dieter Ulrich: "Trippel, Alexander", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.04.2016. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022110/2016-04-25/, konsultiert am 27.05.2024.