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Nitonius

Drei als Spolien in der Abtei Saint-Maurice vermauerte Inschriften bezeugen die sonst nicht nachgewiesene Fam. im Wallis (Steine vermutlich aus Octodurus verschleppt). Die Nitonii gehören mit den Campanii, Numidii und Vinelii zu den einzigen in den Senatorenstand aufgestiegenen einheim. Familien der heutigen Schweiz (ausser für die Campanii jeweils nachgewiesen durch Frauen mit dem Rangtitel clarissima femina). Eine durchgehende Genealogie kann nicht hergestellt werden. Die älteren Mitglieder (3. Jh. n.Chr.) sind N. Severus, seine Gattin (Name unbekannt) und der in Rom verstorbene Sohn N. Vegetinus (ungewöhnl. Sargtransport von Rom ins Wallis, Inschrift verschollen). Einer späteren Zeit (1. Hälfte 4. Jh.) gehören Nitonia Avitiana (clarissima femina), ihre Kinder Vassonius Gellianus (aus 1. Ehe), Nitonia Marcella und N. Pompeius (wohl aus 2. Ehe mit einem Verwandten aus demselben Geschlecht) an. Die ältere Generation hatte somit bereits Beziehungen zu Rom, die jüngere zählte zum spätantiken Senatorenstand.

Quellen und Literatur

  • E. Howald, E. Meyer, Die röm. Schweiz, 1940, 211 f.
  • G. Walser, Röm. Inschr. in der Schweiz 3, 1980, 74 f.
  • G. Walser, «Der Gang der Romanisierung in einigen Tälern der Zentralalpen», in Historia 38, 1989, 66-88
  • G. Walser, «Corpus mercatorum cisalpinorum et transalpinorum», in Museum Helveticum 48, 1991, 169-175
  • F. Wiblé, Vallis Poenina, 1998, 54