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Schultheissengeschlecht in Luzern, ursprünglich aus der Lombardei stammendes Kaufmannsgeschlecht. Einbürgerungen ab 1381 (Stammvater Claus, Apotheker). Ansehen, Wohlstand und polit. Einfluss gründeten im Wesentlichen auf dem Gewürzimport, Viehhandel und Export von Sensen, im 15. und 16. Jh. dann auch auf dem Tuch- und Weinhandel. Talrechte in Ursern gelangten durch Heirat an die Familie. Stadtschreiber Melchior der Ältere (1493) erwarb nach dem Verzicht auf die ital. Besitzungen Teile der Herrschaft Rüssegg (ab 1476, Verkauf des Twings 1495). Die R. waren Mitglieder der Gesellschaft zu Safran. Sie stehen - wie die Ritzi - beispielhaft für die Aufstiegsmöglichkeiten, welche Luzern im 15. Jh. bot; Schultheiss Anton (->) war nicht in Luzern geboren worden. Letzter Vertreter der männl. Linie war Kleinrat Jost (1588). Vermutlich existierten mind. zwei Stämme gleichen Namens.

Quellen und Literatur

  • J. Kurmann, Die polit. Führungsschicht in Luzern 1450-1500, 1976
  • K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976