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Schnyder von Wartensee

Ratsfam. von Sursee und Luzern. Stammvater ist nach der Familientradition vermutlich der 1350 im Jahrzeitbuch von Sursee erwähnte Werner Sartor. Durch den Betrieb des Wirtshauses zur Sonne in Sursee, den Tuchhandel und Solddienste gelangte die Fam. im 15. und 16. Jh. zu Ansehen und Vermögen. Sie spielte in Sursee eine führende Rolle und stellte dort vom 15. bis 18. Jh. 23 Schultheissen, darunter Franz Ludwig (->), Heinrich Ludwig (->) und Michael (->). Zahlreiche Familienmitglieder hatten die einträgl. Schaffnerstellen der Klöster St. Urban und Muri inne. Jörg erwarb 1492 das Luzerner Bürgerrecht, das immer wieder erneuert wurde. Die Fam. gehörte auch zum Heiratskreis der Luzerner Kleinratsgeschlechter. Erst nachdem Johann Irene 1673 seinen Wohnsitz nach Luzern verlegt hatte, erfüllte sein dort geborener Sohn Jost Franz Anton (->) die Bedingungen für die Regimentsfähigkeit und wurde 1705 in den Luzerner Gr. Rat und 1712 in den Kl. Rat gewählt, wo die Fam. bis 1798 vertreten blieb. Auch im 19. Jh. übten mehrere Mitglieder der Familie polit. Ämter aus, so Jost (->) und Julius (->). 1457-1547 war die Herrschaft Mauensee im Familienbesitz und von 1647 bis um 1833 auch Schloss und Gut Wartensee (Gem. Neuenkirch), nach dem sich die Fam. ab 1649 nannte. Seit 1955 gehört den S. das Schloss Tannenfels (Gem. Nottwil).

Quellen und Literatur

  • StALU, FamA
  • T. von Liebenau, Die Fam. S. in Sursee und Luzern, 1906
  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 516-520; 5, 546-551
  • Hist. Ausstellung anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Sursee, 1956
  • F.J. Schnyder, «Güterbesitz und Herkommen des Ritters Rudolf von Schauensee und der Rathauser Stifterfam. Schnyder von Luzern», in HNU 28/29, 1973/74, 66-88
  • K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976
  • A. Willimann, Sursee - die zweite Kapitale des Kt. Luzern, 2006