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Wissing

Ausgestorbenes Ratsgeschlecht von Luzern, das 1557 mit der Einbürgerung des Jakob (1579) von Biel belegt ist. Sein Sohn Hans (1639) zog 1582 in den Grossen Rat ein. Dessen Sohn Gabriel (1633) und Enkel Jakob (1643) waren wie er Tuchhändler mit Junkertitel. Jakob führte zudem eine Kompanie in spanisch-mailändischen Diensten. Sein Tod bewirkte den Zusammenbruch der kapitalintensiven kaufmännischen und militärischen Unternehmungen, etwa von Tuch- und Waffenhandel, unter anderem im obrigkeitlichen Auftrag, und von Bank- und Zinsgeschäften im 16. und 17. Jahrhundert. Sein Sohn, der das Bankrecht noch als Junker ererbt hatte, erlernte selber das Metzgerhandwerk, das sich wie der Ratssitz trotz des wirtschaftlichen und sozialen Abstiegs bis 1798 weitervererbte. Heinrich Renward (1663-1737) eröffnete 1690 in Konkurrenz zu David Hautt eine Offizin, wurde 1711 Stadtbuchdrucker und 1728 Grossrat. Sein Sohn folgte ihm in beiden Ämtern nach.

Quellen und Literatur

  • K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976
  • H. Wicki, Bevölkerung und Wirtschaft des Kt. Luzern im 18. Jh., 1979

Zitiervorschlag

Gregor Egloff: "Wissing", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.11.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022328/2013-11-12/, konsultiert am 12.06.2024.