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DuPasquier

Aus Fleurier stammende Fam., die im 14. Jh. erstmals erwähnt wird. Die D. waren bis zu ihrem Loskauf 1628 zinspflichtige, dem Todfall unterstehende Bauern. Jacques (ca. 1600-74) und Abraham (ca. 1611-77) liessen sich als Notare in Neuenburg nieder, wo sie das Bürgerrecht erhielten. Die D. übten ihre Ämter eher im Dienst der Stadt (zehn Mitglieder des Rats der Vierzig) als im Dienst des Fürsten aus. Ihren im 18. Jh. einsetzenden sozialen Aufstieg verdankt die Fam. der Indiennefabrikation: 1752 gründete Claude-Abram (->) die Fabrique-Neuve de Cortaillod, die bis zu ihrer Auflösung 1854 durch Henri (->) von seinen Nachkommen geleitet wurde. Von nun an gehörten die D. zur Schicht der Neuenburger Notabeln, mit denen sie auch verschwägert waren. Im Finanzsektor wurde die Fam. bekannt durch die Bank DuPasquier, Pourtalès et Cie., die später als DuPasquier, Montmollin et Cie. von der UBS aufgekauft wurde. Die D. zeichneten sich auch in fremden Diensten (Fam. des Obersten Jean-Jacques, vor 1693-1741) und in der Neuenburger Miliz aus; noch im 20. Jh. waren sie in der Schweizer Armee gut vertreten (drei Oberste während des 2. Weltkriegs). Zudem brachte die Fam., insbesondere der in Frankreich ansässige Zweig, v.a. im 20. Jh. zahlreiche Pfarrer hervor, z.B. James (->). Im 19. Jh. engagierten sich die D., die über ein stattl. Familienvermögen verfügten, vorwiegend auf Gemeindeebene in der Politik, z.B. Alphonse. Die vor 1848 den Konservativen angehörenden D. waren ab der Gründung der Republik Neuenburg gemässigte Liberale.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 95-101; 7, 728-746
  • J.T. Du Pasquier, La famille Du Pasquier, 1974