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Ostervald

Neuenburger Patrizierfamilie vermutlich dt. Ursprungs, auch unter der Schreibweise Osterwald bekannt. Das Geschlecht brachte zahlreiche Magistraten, Staatsmänner und Theologen hervor, nämlich fünfzehn Stadträte, sieben Bürgermeister, drei Maires, zwei Staatsräte, einen Bannerherrn, einen Generalkommissär, einen Kastlan, acht Pfarrer sowie zahlreiche Offiziere in fremden Diensten. Loys genannt Roubert, Goldschmied in Neuenburg, wird Anfang des 16. Jh. erwähnt. Eines seiner sechs Kinder, Louis (✝︎1531), wird 1525 als Bürger von Neuenburg genannt. Sein Enkel Jean-Jacques (1570-1639) begründete mit seiner Frau, einer geb. Merveilleux, die drei Stämme: Auf Louis O.-Clerc (1601-35), genannt Guy, geht der älteste Zweig, genannt O. de Bioley, zurück, auf Samuel O.-Chambrier der mittlere und auf Jean-Rodolphe O.-Brun der jüngste. Die 1711 vom preuss. König Friedrich I. geadelte älteste Linie erlosch Anfang des 19. Jh. Marie de Nemours adelte den mittleren Zweig, der Ende des 18. Jh. ausstarb. Zu diesem gehörte Frédéric Samuel (->), Mitgründer der Société typographique de Neuchâtel. Der jüngste, 1673 geadelte Zweig der O. brachte die bekanntesten Persönlichkeiten hervor. Jean-Frédéric (->) gilt als einer der Kirchenväter der Neuenburger Landeskirche. Sein Sohn Samuel (->), Staatsrat, veröffentlichte eine Sammlung von Gewohnheitsrechten. Dessen Sohn Ferdinand (->), ebenfalls Staatsrat, stand im Zentrum der Debatte um die Endlichkeit der Höllenstrafen. Ferdinands Sohn Jean-Frédéric (->), Geograf, war der letzte männl. Spross der O. Von seinen vier Töchtern hinterliess Rose-Marie (1796-1831) Gemälde und Lithografien. Sie illustrierte zudem von ihrem Vater herausgegebene Werke.

Quellen und Literatur

  • AEN, Nachlass
  • P. Godet, «Gens de robe et d'épee, la famille Osterwald», in MN, 1885, 246-257, 261-271, 285-302
  • E. Quartier-la-Tente, Les familles bourgeoises de Neuchâtel, 1903, 162-169