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Domeisen

Aus Augsburg über Zürich im 16. Jh. eingewanderte kath. Bürgerfam. der Stadt Rapperswil (SG), seit dem 18. Jh. mit einem Zweig in Eschenbach (SG). Wegen der Reformation verliess Jakob Thumysen (ca. 1500-76) Zürich und liess sich 1534 in Rapperswil einbürgern. Mit Schmieden, Goldschmieden und Amtmännern des Klosters Pfäfers in ihren Reihen war die Fam. wohlhabend und regimentsfähig. Gezielte berufl. Ausbildung und Eheverbindungen mit angesehenen Bürgerfam. (Helbling, Rothenfluh, Curti, Büeler) sicherten wirtschaftl. Beziehungen und polit. Ämter. Pfarrer, Mönche und Nonnen, u.a. in den Klöstern Einsiedeln, Pfäfers, Rheinau und Wurmsbach, förderten den Absatz sakraler Goldschmiedearbeiten. Hervorragende Goldschmiede waren Christoph (ca. 1565-1612), Fidel (1631-88), dessen Sohn Heinrich (1653-1723) und Enkel Johann (1684-1750). Vom 16.-18. Jh. war die Fam. im Rapperswiler Rat vertreten. Heinrich und der Arzt Josef Bonifaz (1693-1762) amtierten als Schultheissen. Zur Zeit der kath. Reform prägte Maria (ca. 1562-1643) während 52 Jahren als Äbtissin das Leben im Kloster Wurmsbach. Jakob (1649-1704) erstand in Bürg (Gem. Eschenbach) ein grosses Bauerngut. 1682 erwarb er das Uznacher Landrecht, wurde Ratsherr und Hauptmann und begründete die Eschenbacher Linie. Sein Sohn, Seckelmeister Jakob Josef (1668-1743), stiftete 1740 die Familienkapelle in Bürg. 1770 starb die Rapperswiler Linie aus. Nachkommen der D. von Eschenbach liessen sich in Rapperswil einbürgern. In den 1990er Jahren nahm das Geschlecht mit Stadtammann Walter (1948) und Goldschmied Hansjörg (1934) wieder eine bedeutende Stellung in Rapperswil ein.

Quellen und Literatur

  • S. Domeisen, Fam.-Chronik der D., 1430-1930, 1932
  • D.F. Rittmeyer, Rapperswiler Goldschmiedekunst, 1949
  • C. Steinhoff, Handwerk mit goldenem Boden, 1993
  • C. von Berlin-Steinhoff, ... und sie schufen viel gülden Gerät ...: die Goldschmiedefam. D., 2002
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