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Högger

Fam. der Stadt St. Gallen, deren Bürgerrecht Conrad 1383 und andere H. aus der sankt-gall. Landschaft bis ins frühe 16. Jh. erwarben. Bis ins 19. Jh. übten viele Familienmitglieder die handwerkl. Berufe Weber, Müller, Schreiner und Schuster aus. Als Kaufleute wandten sich die H. zunächst dem Leinwandhandel und gegen Ende des 17. Jh. dem Bankgeschäft zu. Finanzgeschäfte gigant. Ausmasses tätigte die Firma Frères Hogguer & Cie. unter Marx Friedrich (->) und Daniel (1659-1731), die im frühen 18. Jh. für einige Jahre zu den bedeutendsten Financiers des franz. Hofes gehörten. Andere H. waren auf dem Finanzplatz Amsterdam aktiv, z.B. Paul Ivan (1760-1816, Präs. der Holländ. Bank). Im 18. Jh. machten einige H. militär. Karriere, v.a. in franz. und schwed. Diensten. Unter den Familienmitgliedern mit akadem. Berufen finden sich vorwiegend Pfarrer und vereinzelt Ärzte (Sebastian, 1660-1731, Prorektor der Univ. Padua). Abgesehen von Andreas Renatus (->) weist die Fam. keine Künstler auf. Die im Ausland tätigen H. stiegen teilweise in hohe Ämter auf. So war Johann Wilhelm (1755-1838) russ. Staatsrat und Gouverneur von Kurland und der oben erwähnte Paul Ivan Bürgermeister von Amsterdam. In St. Gallen hatte die Fam. mit Ausnahme von Bürgermeister Daniel (->) nur selten höchste polit. Ämter inne. Für ihre Dienste zugunsten der franz., schwed. und russ. Monarchie wurden versch. H. im 18. und frühen 19. Jh. zu Baronen und Freiherren geadelt und nannten sich u.a. de Hogguèr, Hoegguer de Bignan, de Bilaire, de Coppet, de Presle, von Thurberg. Von zahlreichen belegten Familienstämmen erhielten sich nur der auf Caspar (1528) sowie der auf Sebastian bzw. dessen Sohn Nicolaus (1539) zurückgehende über einen längeren Zeitraum. Letzterem gehörten alle im Ausland erfolgreichen H. an, die das St. Galler Bürgerrecht meist beibehielten.

Quellen und Literatur

  • StadtA St. Gallen, PrivA H.
  • J.D.W. Hartmann, Die Bürgergeschlechter der Stadt St. Gallen, Ms., o.J. (KBSG)
  • Schweiz. Geschlechterbuch 7, 228-231, 771-775; 9, 48-163
  • H. Lüthy, La banque protestante en France 1, 1959, 169-187