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vonWatt

Bedeutendes St. Galler Geschlecht, das vermutlich aus W. (Gem. Mörschwil) stammt und deren Mitglieder im 14. Jh. das Bürgerrecht von St. Gallen erwarben. Ihren Aufstieg verdankte die Fam. dem Fernhandel mit St. Galler Leinwand. Im 15. und 16. Jh. bekleideten die W. wiederholt hohe polit. Ämter und verbanden sich mit anderen angesehenen und vermögenden St. Galler Fam., etwa den Zili und den Zollikofer. Konrad, der 1402 das Bürgermeisteramt innehatte, fiel 1403 in der Schlacht bei Vögelinsegg. Dessen Sohn Hug (->) gründete mit Peter (->) und dem Berner Niklaus von Diesbach in der 1. Hälfte des 15. Jh. die Diesbach-Watt-Gesellschaft. Zudem erwarb er Güter, die über lange Zeit im Familienbesitz blieben und erhielt 1430 mit seinen zwei Brüdern Hans (1458/59) und Konrad (1469/70) sowie Peter von Kg. Sigismund einen Wappenbrief. Peter, der nach Nürnberg umsiedelte und dort 1428 das Bürgerrecht erwarb, wurde zum Stammvater des Nürnberger Zweigs, von dem bis in die 1560er Jahre Nachkommen bezeugt sind. Hektor (->), Sohn des Hug, war von 1460-74 im Dreijahresturnus St. Galler Bürgermeister. Dessen gleichnamiger Enkel war als Kaufmann im Osten tätig und wurde 1510 Bürger von Krakau. Auf ihn geht der dortige Zweig der Fam. zurück, der bis 1594 nachweisbar ist. Herausragendes Mitglied des Geschlechts in St. Gallen war Joachim, genannt Vadian. Konrad, ein Bruder Vadians, verliess St. Gallen, wurde 1517 Bürger von Posen (heute Poznań, Polen) und begründete den Posener Zweig der Familie. In St. Gallen starb das Geschlecht in der 2. Hälfte des 17. Jh. aus.

Quellen und Literatur

  • StadtA St.Gallen, Stemmatologia Sangallensis
  • W. Näf, Die Fam. von W., 1936
  • H.C. Peyer, Leinwandgewerbe und Fernhandel der Stadt St. Gallen von den Anfängen bis 1520, Bd. 2, 1960, 48-51