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WegelinSG

Familie der Stadt St. Gallen, deren Bürgerrecht Andreas von Thaldorf (Oberschwaben) 1587 erwarb. Dank Heiraten gelang ihren Mitgliedern rasch der Aufstieg in die St. Galler Oberschicht. Die Familie stellte aussergewöhnlich viele Akademiker, so ab dem 17. Jahrhundert Juristen wie den Genfer Professor Andreas (1648-1681) und Theologen wie den Koranübersetzer Daniel (1722-1801). Ab dem 18. Jahrhundert verzeichnete sie auch Ärzte, darunter Karl Ferdinand (1832-1878), Mitgründer des nachmaligen Kantonsspitals St. Gallen, und Carl (->), sowie Historiker wie Jakob (->) und Karl (->). Die Wegelin waren ab dem 18. Jahrhundert auch häufig als Kaufleute und ab dem 19. Jahrhundert als Bankiers tätig, wie Emil (->) und Friedrich Alfred (1898-1972), Generaldirektor der Schweizerischen Volksbank. Mehrere Familienmitglieder waren ab 1860 Teilhaber der auf das 1741 gegründeten Speditions- und Bankhaus Zili zurückgehenden und ab 1893 Wegelin & Co. genannten Privatbank. Diese musste 2012 – die Wegelin waren als Teilhaber damals schon längst ausgeschieden – den grössten Teil ihrer Geschäfte der Bank Notenstein übertragen. Viele Angehörige übernahmen politische Ämter; Christoph (1688-1774) war Bürgermeister von St. Gallen. 1757 erwarb das Geschlecht die Gerichtsherrschaft Thurberg, die bis 1844 als Fideikommiss in seinem Besitz blieb. Der Erlös aus deren Verkauf wurde in eine Familienstiftung eingebracht. 1729 und 1792 waren zwei weitere Familienlegate eingerichtet worden. Zweige der Familie liessen sich im 19. Jahrhundert im Elsass, im 19. und 20. Jahrhundert auch in den USA und in Südamerika nieder.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 7, 630-650

Zitiervorschlag

Marcel Mayer: "Wegelin (SG)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.11.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022827/2014-11-11/, konsultiert am 21.04.2024.