de fr it

Tscharandi

Ausgestorbenes Geschlecht der Stadt Solothurn. 1550 wurde der Krämer Girandin aus dem Aostatal eingebürgert. 1636 starben innerhalb von wenigen Wochen fünf Mitglieder der Familien an der Pest, unter ihnen Ludwig, Stadtphysikus (Stadtarzt) und Mitgründer eines Drahtzugs. Die Tscharandi gehörten, ähnlich wie die Besenval, zu jenen Familien aus dem Aostatal, die im 17. Jahrhundert in die solothurnische Oberschicht aufstiegen. Mehrere Tscharandi traten in den geistlichen Stand ein. Der 1663 gestorbene Ludwig war Hauptmann in Frankreich, Johann Jakob Scharandi 1650-1682 Stadtarzt von Solothurn. 1675 wurde Franz Joseph Verwalter des solothurnischen Postbüros der neu eröffneten Fischerpost. 1745 beteiligte sich Jungrat Christoph an der Ledersocietät (Handelsgesellschaft). Der vermutlich letzte männliche Angehörige des Geschlechts war Pater Fructuosus (1799).

Quellen und Literatur

  • StASO, Bürgerbücher der Stadt Solothurn und Stammbaum
  • F. Schwab, Die industrielle Entwicklung des Kt. Solothurn, 1927, 151
  • SolGesch. 3
Kurzinformationen
Variante(n)
Girandin
Schirandin

Zitiervorschlag

Beat Hodler: "Tscharandi", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022864/2012-11-19/, konsultiert am 24.05.2024.