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vonVivis

Solothurner Patriziergeschlecht, das ursprünglich aus Estavayer-le-Lac stammte und dort den Namen de Vevey trug. Thomas (1611), Sohn des Jean de Vevey, wurde 1579 eingebürgert und 1593 in den Grossen Rat gewählt. Seine Nachkommenschaft kehrte teilweise nach Estavayer-le-Lac zurück und erlosch im 17. Jahrhundert. Karl (1602-1652), Sohn des André de Vevey, war Feldscher und Hauptmann. Er erhielt das Bürgerrecht 1630, wurde dann Stadtchirurg, 1636 Grossrat und 1644 Jungrat. Mit ihm liess sich das Geschlecht definitiv in Solothurn nieder. Die von Vivis, die den Junkertitel trugen, standen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Offiziere im Dienst Savoyens, Frankreichs, Spaniens, Grossbritanniens, Portugals, Neapel-Siziliens und des Kirchenstaats. Im Grossen Rat waren sie als Repräsentanten der Schiffleute- und der Zimmerleutezunft bis 1749 mit Unterbrechungen, 1761-1798 und 1807-1831 ständig vertreten. In den Kleinen Rat gelangten bloss drei Angehörige der Familie, darunter Johann Georg Anton (1731-1811), der 1797 zum Altrat aufrückte. Mehrere von Vivis wirkten als Landvögte bzw. als Oberamtmänner. Nach 1831 hatte im liberalen Kanton Solothurn einzig der Jurist und Oberst Karl (1807-1871) ein Parlamentsmandat inne. Mit Maria Theresia (1735-1796) stellte das Geschlecht 1793-1796 die Oberin des Klosters Visitation in Solothurn, mit Ludwig (1797-1869) 1862-1869 den Propst des St. Ursenstifts. Der in Luzern wohnhafte Ingenieur und Major der Festungsartillerie Georg (1858-1929) trat als Heraldiker und Genealoge hervor.

Quellen und Literatur

  • StASO, Akten
  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 677-683; 7, 623-629
  • J. Kaelin, «Georg von Vivis, Luzern», in St.-Ursenkal. 77, 1930, 110 f.
  • HS II/2, 534; IV/6, 378

Zitiervorschlag

Andreas Fankhauser: "Vivis, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.12.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022868/2014-12-27/, konsultiert am 22.02.2024.