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Oberteufer

Ärztefam. von Teufen (AR), seit 1712 von Herisau. Die O., die von Christoph, einem Färber und Wundarzt in St. Gallen, abstammen, stellten in den folgenden fünf Generationen im 18. und frühen 19. Jh. mindestens acht Ärzte, die meist in Herisau praktizierten. Sie waren alle um eine moderne, wissenschaftl. Medizin bemüht und wandten sich gegen die Kurpfuscherei. Mit Ausnahme der ersten Generation verfügten alle über einen Universitätsabschluss. Haupttätigkeitsfeld waren Geburtshilfe und Chirurgie. Den Höhepunkt erreichte die Fam. in der dritten Generation mit Johann Georg (->), der sich stark für eine Verbesserung des kant. Gesundheitswesens einsetzte. Er führte 1804 den ersten Hebammenkurs im Appenzellerland durch und gehörte zu den Initianten der 1810 geschaffenen kant. Sanitätskommission. Mit seinem Sohn Johann Heinrich (->) und seinem Enkel, die beide ihr Leben als Geisteskranke im Herisauer Armenhaus beschlossen, endete die Ärztetradition.

Quellen und Literatur

  • Appenzeller Ztg., 25.7.1860
  • AWG, 238 f.