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Fehr

Seit Beginn des 14. Jh. in Frauenfeld verbürgerte, mit der Reformation grösstenteils zum neuen Glauben übergetretene, weit verzweigte regimentsfähige Familie. Trotz ihrer Bedeutung ist die Geschichte der F. (auch Feer, Fer, Ver, Verr) nur schlecht erforscht. Eine Linie führte ab Ende des 15. Jh. den Zunamen Brunner. Die F. übten versch. Handwerke aus, v.a. den Gerber- und Bleicherberuf. Sie stellten regelmässig Siechenpfleger, Stadtboten, -vögte, -fähnriche und -richter, Bauherren, Säckelmeister, Statthalter und andere Beamte und städt. Magistraten, brachten aber auch drei Schultheissen hervor: Thomas (1526-75), Johann Ulrich (->) und Salomon (1749-1822). Letzterer amtierte in der Helvetik als Kantonsgerichtspräsident, 1803-14 als Distriktspräsident und 1815-22 als Oberamtmann des Bez. Frauenfeld. Ausserdem besetzte die Fam. mit Hans Heinrich (1547) die Position des thurg. Landammanns. Hans Heinrichs Sohn Jakob (1565) war thurg. Landweibel, ebenso der obgenannte Johann Ulrich. Dessen Vater Hans Jacob (1694-1727) und Grossvater Daniel (1668-1719) wirkten u.a. als Gerichtsschreiber der Herrschaften Kefikon und Neunforn. Pressegeschichte schrieben die beiden Brüder des Advokaten und Politikers Salomon (->): Mit Johann Jakob Wüst zusammen eröffnete Daniel (1772-1822) 1798 in Frauenfeld eine Buchdruckerei und gab das "Wochenblatt für den Kt. Thurgau" heraus, aus dem 1806 die "Frauenfelder Zeitung" hervorging, die ab 1809 "Thurgauer Zeitung" hiess. 1811 wurde das Blatt von Johann Jakob (1776-1846) übernommen, der es bis 1831 als Herausgeber und Redaktor betreute. Vorübergehend war auch Johann Jakobs Sohn Wilhelm (1802-61), der nachmalige kant. Zeughausverwalter und Direktor der Walzmühle Ofen (Budapest), Miteigentümer. Die Zeitung ging 1834 an Christian Beyel über. Zu gesamtschweiz. Bedeutung gelangte Nationalrat Karl Alfred (->).

Quellen und Literatur

  • H. Hasenfratz, Bürgerbuch der Stadt Frauenfeld, Ms., 1913, (StATG)
  • Schweiz. Geschlechterbuch 5, 207-217