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HermannHartung

28.11.1842 Grosshehlen (heute Celle, Niedersachsen), 24.6.1929 Zürich, ref., Deutscher, ab 1889 von Hirslanden (heute Gem. Zürich). Sohn des Conrad Ludwig, Lehrers, und der Charlotte geb. Sander. 1873 Maria Beerhalter, Tochter des Alois, Klaviermachers und späteren Wirts, von Lauchheim (Württemberg). Lehre als Schreiner und Klaviermacher. Mitglied des Arbeiterbildungsvereins (ABV) Hannover, Lassalleaner, ca. 1866-69 in Wien, dort 1867 Mitbegründer des Wiener ABV, 1868 Mitglied des sozialdemokrat. Komitees, 1869 Redaktor der "Volksstimme". Ende 1869 Flucht in die Schweiz wegen des Vorwurfs des Hochverrats. Ab Januar 1870 lebte H. in Zürich, wo er als Präs. des ABV Eintracht, als Redaktor des "Felleisen" und 1871 als Gründer einer Holzarbeitergewerkschaft mit Kranken- und Invalidenkasse rasch Bedeutung erlangte. Letztere ging 1872 mit anderen Gewerkschaften in dem von H. mitinitiierten Zentralausschuss der Grütli- und Arbeitervereine des Bez. Zürich auf, der erfolgreich Streiks durchführte. H.s Konzeption, die eine von der Internat. Arbeiter-Assoziation (IAA) unabhängige, nationale Arbeiterpartei und den nationalen Zusammenschluss von lokalen Berufsverbänden mit einer zentralisierten Kasse vorsah, führte zum Konflikt mit den an der IAA orientierten Organisationen und Herman Greulich. Nach einigen Jahren zog sich H. aus der Bewegung zurück und arbeitete als Klavierschreiner. 1882 gründete er eine Schreinerei, die er mit Erfolg und "nach den Idealen seiner Jugend" (TA) betrieb.

Quellen und Literatur

  • Züricher Post, 26.6.1929
  • TA, 28.6.1929
  • Gruner, Arbeiter
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Lebensdaten ∗︎ 28.11.1842 ✝︎ 24.6.1929