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JohannWaser

Erstmals erw. 1556, März 1610 Stans, kath., von Wolfenschiessen und Stans (Genosse). Sohn des Kaspar, Talmanns von Engelberg, dem nach der Schlacht bei Kappel 1531 das Nidwaldner Landrecht geschenkt wurde, und der Barbara Volkinger. 1) Margaretha Zelger, Tochter des Georg, Landvogts, 2) 1592 Elisabeth Bodmer, Tochter des Kaspar. W. amtierte 1556-57 als Landschreiber und ab 1559 bis zu seinem Tod als Pannerherr. 1567, 1572, 1576, 1580, 1584, 1587, 1590, 1594, 1597 und 1601 war er Nidwaldner Landammann und ab 1559 mehrmals Tagsatzungsbote. Er wurde u.a. 1562 mit Missionen an das Konzil von Trient (1545-63) beauftragt. 1566 erhielt er von Ks. Maximilian II. einen Adelsbrief. 1576 war er Hauptmann einer Kompanie im Dienst des franz. Königs Heinrich III. und wurde von diesem in den Ritterstand erhoben. W. kam durch seine erste Ehefrau in den Besitz des Höfli in Stans. Der soziale Aufsteiger baute die Anlage während fast fünfzig Jahren im Stil der Renaissance kunstvoll um. Seine polit. und militär. Reisen hatten seinen Horizont für die neue Bauweise geöffnet. Die finanziellen Mittel bezog er aus dem Fischhandel (Fischenzen im Vierwaldstättersee) und aus einer in der Vogtei Locarno erworbenen Glasfabrik. Bekanntheit erlangte das zwischen 1558 und 1566 eingebaute Prunkzimmer, das sich seit 1885 im Landesmuseum in Zürich befindet. 1606 kam der finanzielle Zusammenbruch, weil nach dem Tod von Ritter Melchior Lussi die venezian. Pensionszahlungen versiegten. So blieb die Anlage unvollendet. Sie gelangte über Kaspar W. an die Hauptgläubiger, die Erben von Melchior Lussi.

Quellen und Literatur

  • EA 4 II, 844, 954 f.
  • K. von Deschwanden, «Urkundl. Verz. der Landammänner, Vorgesetzten und Amtsleute des Landes Unterwalden nid dem Wald», in Gfr. 27, 1872, 6-17
  • A. Odermatt, «Pannerherr Johann W., Ritter, Landammann von Nidwalden, gestorben 1610», in Nidwaldner Kal. 22, 1881, 16-27
  • M. Odermatt-Lussy, «Landammann Johann W. und das Höfli in Stans», in Nidwaldner Kal. 102, 1961, 81-88
  • Kdm Unterwalden, 21971, 908-910
  • H. Achermann, Das Höfli oder die Rosenburg in Stans NW, 1988