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SchmidSH

Bürgerfam. von Stein am Rhein, die Ende des 15. Jh. aus Konstanz zugezogen war und sich mit Patrizierfam. vorwiegend aus St. Gallen, Schaffhausen, Lindau und Konstanz verschwägerte. Sie stellte bis Ende des 18. Jh. zahlreiche hohe Magistraten - darunter elf Bürgermeister - Ärzte und Kaufherren. Insbesondere die Witwe von Kaufherr, Gredmeister und Richter Hans (1506/07), Els S.-Mayer (1520), ragte hervor. Sie vermehrte das Familienvermögen um die Hälfte und zog sieben Kinder gross. Hans Felix (1496-1553), Inhaber eines Handelsgeschäfts, durchlief eine steile Ämterkarriere und war ein begabter Diplomat; er erwarb 1539 im Auftrag der Stadt von den Herren von Klingenberg die Niedergerichtsbarkeit mit Grund und Boden in Ramsen und wurde 1551 Reichsvogt. Sein Bruder Erasmus Fabricius, ehem. Mönch im Kloster St. Georgen und Leutpriester, war ein leidenschaftl. Reformator. Felix (1539-97), Verfasser der ältesten hist. Darstellung der Stadt, war wie sein Sohn Hans Felix (1579-1633) Montanfachmann und besass das Bergwerk Eisenbach im Schwarzwald. Ein anderer Sohn, Johann Rudolf (->), obwohl in türk. Haft und Sklaverei geraten, startete ab 1629 als kaiserl. Resident in Istanbul eine glänzende Laufbahn. Seine Nachkommen nannten sich S. von Schwarzenhorn. Hans Felix (1621-55) war der letzte Handelsherr; er wurde wegen Urkundenfälschung und Betrug hingerichtet, was indes die Fam. nicht schwächte. Johann Georg (1730-1809) wirkte als Stadtarzt, 1782-98 als Bürgermeister und 1802-03 als Mitglied der kant. Verfassungskommission, die er auch präsidierte. Noch zu Beginn des 21. Jh. lebten Nachkommen der weit verzweigten Familie.

Quellen und Literatur

  • StadtA Stein am Rhein
  • H. Urner-Astholz et al., Gesch. der Stadt Stein am Rhein, 1957
  • E. Eugster et al., Stein am Rhein, 2007