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Im Thurn

Familienwappen im Stammbaum, 18. Jahrhundert (Staatsarchiv Schaffhausen, Personalia Im Thurn).
Familienwappen im Stammbaum, 18. Jahrhundert (Staatsarchiv Schaffhausen, Personalia Im Thurn). […]

Als Zweig der adligen Fam. Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der I. seit der 2. Hälfte des 13. Jh. als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Fam. auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördl. Teil des heutigen Kt. Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Fam. einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtl. Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im MA in versch. Zweige auf, von denen einige ausstarben.

Ab der 2. Hälfte des 13. Jh. hatte die Fam. Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jh. hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städt. Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen polit. Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städt. Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistl. Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so z.B. Johannes (1324-33 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-34 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes).

Vom 16. bis ins 19. Jh. standen einige Männer der Fam. I. in militär. Diensten, u.a. in Frankreich, Holland, Württemberg, Kursachsen und Grossbritannien und besetzten z.T. hohe Funktionen. In Frankreich, Italien, Grossbritannien und Deutschland entstanden weitere, teilweise bis heute bestehende Familienzweige. Im 19. Jh. waren Vertreter der I. in bedeutenden Stellungen in der Wirtschaft anzutreffen - Johann Conrad (->) beispielsweise gründete 1840 in London das Handelshaus Naegeli - und taten sich in der Wissenschaft (Veterinärmedizin, Geschichtswissenschaft, Ethnologie) hervor. Als hoher Kolonialbeamter und Wissenschaftler im Dienste Grossbritanniens erlangte Sir Everard Ferdinand I. (1852-1932) im angelsächs. Raum Bekanntheit.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 7, 277-285
  • J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 1011-1041
  • A. Aerni, «Sir Everard I.», in SchBeitr. 58, 1981, 348-357
  • H. Joller, «Eduard I.», in SchBeitr. 58, 1981, 344-347