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Scherer

Urner Familie unbekannter Herkunft, die vom 14. bis 18. Jahrhundert belegt ist. Die tradierte Abstammung von den von Göschenen ist unwahrscheinlich. Das Geschlecht tritt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Göschenen auf und wird mit Johann 1394 fassbar. Die Scherer hatten lange das Teileramt in Wassen inne und gehörten über ein Jahrhundert lang zur politischen Führungsschicht des Kirchspiels Wassen und des Dorfs Göschenen. Im 16. Jahrhundert liessen sie sich in Altdorf und Bürglen nieder. Heinrich (ca. 1523) war der Stiefbruder des Altdorfer Landammanns Johannes Brücker. Grundbesitz und Solddienst bildeten die wirtschaftliche Grundlage für den sozialen Aufstieg der Scherer, die lokale Ämter übernahmen und Vorsitzende Herren stellten. Heinrich (ca. 1593) war 1557 Ritter vom goldenen Sporn und 1589 Hauptmann im Dienst der Heiligen Liga in Frankreich. Ab dem 16. Jahrhundert wanderten Mitglieder der Familie unter anderem ins Zugerland aus. Das Geschlecht erlosch in Uri im 18. Jahrhundert. An die Scherer erinnert die 1582 von Landvogt Hans (1610) mitgestiftete Tellskapelle in Bürglen.

Quellen und Literatur

  • StAUR, Slg. F. Gisler
  • G. Muheim, «Die Tagsatzungs-Gesandten von Uri», in HNU 16, 1910, 1-199, v.a. 33 f.
Kurzinformationen
Variante(n)
Schärer
Scherrer

Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Scherer", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.11.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023415/2010-11-29/, konsultiert am 13.04.2024.