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Vonmentlen

Alte Urner Fam. mit einem Zweig in Bellinzona. Der Stammvater der Fam. war Bernardo Mantelli, ein Kaufmann aus Cannobio (Piemont), der sich um 1410 in Altdorf (UR) niederliess, vor 1426 das Urner Landrecht erhielt und sich fortan Bernhard V. nannte. Die V. hielten Dorfämter in Altdorf und Bürglen und waren kontinuierlich bis ins frühe 19. Jh. im Landrat vertreten, schafften jedoch trotz Verwandtschaften mit angesehenen Magistratenfamilien nie den Aufstieg zu den Vorsitzenden Herren. Familienmitglieder waren im 16. Jh. Sekretäre und Dolmetscher der span. Gesandtschaft, Inhaber kaiserl. und v.a. span. Solddienststellen und einer halben Standeskompanie in Spanien. Nach Dorothea (->) galten die V. in der frühen Neuzeit als Ärzte- und Apothekerdynastie. Sie tätigten zudem Handelsgeschäfte über den Gotthard und waren 1798 Inhaber des grössten Speditionshauses in Flüelen. Gottlieb (1871-1930) gründete ein Speditionsgeschäft mit Fuhrhalterei in Altdorf.

Die Bellenzer Linie geht auf Magnus (1633) zurück, der um 1600 Landschreiber von Bellinzona war und sich dort niederliess. Die Tessiner V. hatten stets die Landschreiberstelle inne. Zu ihren Stiftungen gehört u.a. die Kapelle Madonna della Neve in Ravecchia. 1808 wurden die V. in die Bürgergemeinde von Bellinzona aufgenommen. Valeria V.-Bonzanigo (1838-1910) gründete das Waisenhaus von Mentlen in Bellinzona, das Anfang des 21. Jh. als Wohn- und Schulheim für Minderjährige immer noch bestand. Mit Carlo (->) starb die Bellenzer Linie im Mannesstamm aus.

Quellen und Literatur

  • C.F. Müller, Das Bürgerhaus im Kt. Uri, 21950, 28 f.
  • U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
  • L. Broillet, «Mantelli lombardi nel Canton Uri e von Mentlen urani a Bellinzona», in Verbanus 31, 2010, 169-185
  • Il von Mentlen, hg. von L. Hofmann, 2011