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Zumbüel

Alte Urner Familie. Ein Zusammenhang mit den vom 13. bis 15. Jahrhundert erwähnten ab dem Büel, am Büel, auf dem Büel oder Büeler ist unsicher. Stammvater Jost (zwischen 1524-1530) war Schiffsgeselle in Flüelen. Sein Sohn Melchior (zwischen 1591-1594) liess sich in Altdorf (UR) nieder. Die Familie hatte in Altdorf, Erstfeld und im Schächental Grundbesitz. Die Zumbüehl betätigten sich als Schiffsgesellen sowie als Sust- und Kaufhausmeister im Gotthardverkehr und Getreidehandel. Sie waren mit angesehenen Urner Familien wie zum Beispiel den Madran, Tresch, Troger und Ritter verschwägert. Einzelne Familienmitglieder stiegen zu Ritterwürden auf (Ritter vom Heiligen Grab und des St.-Mauritius-und-Lazarus-Ordens). Die Zumbüel waren spanisch gesinnt. Sie stellten 1560-1620 in Altdorf Kirchen- und Spitalvögte sowie Ratsherren und bekleideten Landesämter (Landvögte, Tagsatzungsgesandte). Ihre politische Bedeutung erlosch im 17. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert starben sie aus.

Quellen und Literatur

  • StAUR, Slg. F. Gisler
  • G. Muheim, «Die Tagsatzungs-Gesandten von Uri», in HNU 16, 1910, 1-199, v.a. 85

Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Zumbüel", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.02.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023429/2014-02-14/, konsultiert am 04.06.2023.