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TannerUR

Altdorfer Magistratenfamilie, im 15. Jahrhundert aus Appenzell eingewandert. Die Tanner erwarben 1527 das Landrecht und stiegen als Parteigänger der spanischen Faktion rasch gesellschaftlich auf. Der Familiensitz war das Tannerhaus in der Langmatte in Altdorf. Mit Sebastian (->) erlangte 1583 erstmals ein Familienmitglied das Landammannamt, das später auch Johann Jakob (->) und Sebastian Emanuel (->) besetzten. Die Tanner stellten im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Landvögte. Paul Alfons (1603-1673) und sein Sohn Sebastian Friedrich hatten von ca. 1635 bis 1672 die Landschreiberstelle im Rheintal inne, die danach an die Bessler von Wattingen fiel. 1550-1766 stand die päpstliche Gardehauptmannschaft in Ravenna im Besitz der Familie. Ab 1654 verfügten die Tanner über eine von Landesfähnrich Johann Franz (1656) gestiftete Familienpfründe in Altdorf. Aus dem Geschlecht gingen zahlreiche Solddienstoffiziere und Militärunternehmer hervor, vor allem in königlich-spanischen und neapolitanischen Diensten. Die Urner Linie starb mit dem Geistlichen Josef Maria (1737-1831) aus. Eine Seitenlinie besass im 18. Jahrhundert die einträgliche Faktorei in Bellinzona.

Quellen und Literatur

  • U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991
  • Kdm UR 1/II, 2004

Zitiervorschlag

Urs Kälin: "Tanner (UR)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.12.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023431/2011-12-20/, konsultiert am 29.02.2024.