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Ghiringhelli

Name mehrerer Fam., die wahrscheinlich aus Caronno Ghiringhello (heute Caronno Varesino) in der Provinz Varese stammen und in versch. Orten des Tessins belegt sind (Locarno 1382, Biasca 1394, Bellinzona 1417, Mendrisio 1540). Wichtigster Zweig ist die Notarsfamilie aus Bellinzona, die von Giovanni (vor 1432) begründet wurde. In Bellinzona spielten die G. schon im 15. Jh. eine wichtige wirtschaftl. Rolle: Sie handelten mit Holz, Eisenwaren, Lebensmitteln, Wein und betätigten sich als Gewürzhändler und Krämer (Seile, Küchengeräte, Stoffe). Der ökonom. Erfolg ermöglichte den G. einen sozialen und polit. Aufstieg: Im 15. Jh. sassen acht Mitglieder der Fam. im Rat von Bellinzona, darunter die Brüder Andrea (->) und Franceschino (->). Im Lauf des 16. Jh. wurde die Fam. mehrmals verdächtigt, die eidg. Interessen zugunsten Mailands und der Spanier verraten zu haben, deren Ziel die Eroberung Bellinzonas, Luganos und Locarnos war. Unter den Beschuldigten befanden sich die Brüder Benedetto (->) und Pietro Martire (->). Die Fam. hat auch Geistliche hervorgebracht, wie Pagano, 1417-61 Erzpriester in Bellinzona, Paolo (->) und Giuseppe (->). Die G. von Mendrisio, die wahrscheinlich aus Bellinzona stammen, zählten zu den bedeutendsten Fam. des Fleckens, wo sie von 1626-1724 das Amt des Kanzlers (Schreiber) bekleideten; diese Linie erlosch mit den Söhnen von Giambattista, der 1783 sein Testament machte. Vom 16. Jh. bis 1785 waren mehrere Mitglieder der Fam., darunter Giovanni Antonio (->), Carlo Agostino (->) und Alfonso (->), Kanzler der Vogteien Bellinzona und Mendrisio.

Quellen und Literatur

  • A. Lienhard-Riva, Armoriale ticinese, 1945
  • G. Pometta, Briciole di storia bellinzonese, 1977
  • M. Medici, Storia di Mendrisio, 1980, 569 f.
  • G. Chiesi, Bellinzona ducale, 1988