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Gorini

Luganeser Fam., Nachkommen der Borseri aus Como. Als erster bekannter Vertreter wird Pietro genannt, der 1444 Wirt und Mitglied des Luganeser Rats war. Die Fam., die schon im 15. Jh. auf lokaler Ebene ein gewisses Ansehen genoss, gewann im 16. Jh. zusätzlich an Bedeutung. Einige ihrer Mitglieder sassen im Landschaftsrat und wurden Statthalter des Landvogts (Giovanni Battista ->). Ab dem 16. Jh. bekleideten Angehörige der Fam. militärische Ämter: Hauptmann Cristoforo, Ritter des Goldenen Sporns, Hauptmann Sebastiano und Oberst Giuseppe Giovan Antonio standen im Dienste Venedigs. Im 16. und 17. Jh. nahm das Prestige der Fam. weiter zu: Sie erwarb einen Adelstitel, stiftete eine Kapelle in der Kirche S. Maria degli Angeli in Lugano und begründete hier auch ein Familiengrab; sie war ständig im Landschaftsrat und im Rat von Lugano vertreten und beteiligte sich an der Verwaltung des Spitals S. Maria. Die Fam. besass Güter im Luganese, im Mendrisiotto und im Comasco. In den 1610er Jahren stritten die G. mit der Fam. Castoria um die Kontrolle der bedeutendsten öffentl. Ämter; der Konflikt, der Unruhen in Lugano und in der ganzen Vogtei auslöste, wurde 1615 von den 12 Kantonen beigelegt. Obwohl die G. im 18. Jh. noch gelegentlich Mitglieder des Landschaftsrats und des Luganeser Rats waren, verloren sie ihre Bedeutung. Einige Zweige liessen sich im Herzogtum Mailand nieder. 1798 nahmen die G. Partei für die Cisalpiner, ohne sich jedoch in vorderster Linie zu engagieren. 1810 sind sie noch immer als Bürger (patrizi) von Lugano belegt. Die Luganeser Linie erlosch wahrscheinlich um die Mitte des 19. Jh.

Quellen und Literatur

  • StadtA Lugano, Akten des Landschafts- und Fleckenrats
  • EA 4 I, 5 I, 5 II
  • A. Lienhard-Riva, Armoriale ticinese, 1945
  • Lugano e il suo ospedale, Ausstellungskat. Lugano, 1995