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Torricelli

Altes Geschlecht von Lugano, das ursprünglich aus Torricella stammte und dessen Zugehörigkeit zur Nachbarschaft Lugano ab 1493 bezeugt ist. Der 1493 erwähnte Cristoforo, Anführer der Ghibellinen, war 1500 in die Eroberung der Burgen von Bellinzona verwickelt. Die Torricelli gehörten zur Zeit der eidgenössischen Landvögte zu den Luganeser Ratsgeschlechtern. Aus der Familie gingen bedeutende Kunsthandwerker (Maestranze), Amtsträger und 1706 im Handelsregister (mercimonio) von Lugano erwähnte Händler hervor. Im 18. Jahrhundert zeichneten sich Giuseppe Antonio (->), Giovanni Antonio (->) und Rocco als Maler aus, wobei Letzterer die revolutionären Unruhen von 1798-1799 illustrierte. Antonio Maria, der bereits 1787 im Rat von Lugano zu den progressiven Kräften zählte, spielte in den Unruhen als Befürworter der Cisalpinischen Republik eine wichtige Rolle. Helvetisch gesinnt war hingegen Giovanni Zaccaria. Er verfasste unter anderem eine Chronik von Lugano. Den Torricelli entstammten auch Geistliche von Rang, unter anderem Cristoforo (1574), Erzdiakon des Basler Domkapitels.

Quellen und Literatur

  • I protocolli dei governi provvisori di Lugano, 2 Bde., hg. von A. Gili, 2010

Zitiervorschlag

Marco Schnyder: "Torricelli", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.11.2012, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023554/2012-11-02/, konsultiert am 22.04.2024.