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Julier

Die ab dem 14. Jh. in der Gem. Varen bekannte Fam. ist auch unter den Namen Jolier, Jullier und Schullier bezeugt. Sie verbreitete sich vor 1800 nach Venthône, Leuk, Inden und Leukerbad, später nach Ernen, Siders, Sitten (Burgerrecht 1952) und Littau. Im 18. Jh. gehörte die Fam. zu den angesehensten des Zendens Leuk und stellte mehrere hohe Magistraten, u.a. Johann (1742 und 1750 Grossmeier, 1750 Zendenhauptmann), Stephan (1748 und 1775 Grossmeier) und Jean-Joseph (->). Ausserdem brachte sie hohe Geistliche hervor, so Johann Christian (1719-77), der als erster Direktor dem bischöfl. Seminar in Sitten vorstand, den Theologen Johann Stephan (1779-1829), der als Kanzler, Offizial und Generalvikar wirkte, sowie den Theologen, Kanzler und Domkantor Augustin (1849-1917).

Joseph-Alexis (->) wurde 1750 von Ks. Maria Theresia von Österreich in den Ritterstand erhoben und erhielt den Beinamen "von Badenthal". Da er kinderlos verstarb, ging der Name auf seinen Neffen Johann Nepomuk Lorenz (1745-1814) über, Sohn des Johannes (von Varen) und der Barbara Matter. Johann Nepomuk Lorenz liess sich in Wien nieder und wurde 1800 in den Freiherrenstand erhoben. Er war Mitinhaber einer Kattunfabrik in Schwechat bei Wien und in Böhmen reich begütert. Deshalb erhielt er 1809 die offizielle Zugehörigkeit (Inkolat) zum Freiherrenstand des Landes Böhmen. Aus seiner Ehe mit Maria Anna, Frh. von der Mark, gingen fünf Kinder hervor. Mit seinem ledigen Sohn Joseph Stephan (1785-1858), Garderittmeister in der böhm. Nobelgarde, starb das Geschlecht der J. von Badenthal im Mannesstamm aus. In Österreich leben noch Nachkommen der Töchter Johann Nepomuks, die in die Freiherrenfam. von Puthon und in die Grafenfam. von Pötting und Persing einheirateten.

Quellen und Literatur

  • Walliser Wappenbuch, 1946, 137
  • R. von Procházka, Genealog. Hb. erloschener böhm. Herrenstandsfam., 1973