de fr it

Kuntschen

Walliser Geschlecht, das 1364 erstmals erwähnt wird. Der in einer Urkunde von 1393 genannte Antoine stammte aus Simplon-Dorf, sein Sohn Jean war Notar in Ried-Brig. Die Mitglieder der Fam. standen im Dienst der grossen Feudalherren oder wirkten als Notare, wodurch sie zu Wohlstand gelangten. Ein Zweig, dessen Vertreter 1494 Bürger von Sitten wurden, gehörte dem Patriziat an. Er spielte eine aktive Rolle im Kampf der Patrioten gegen die Herrschaft des Fürstbf. von Sitten und schloss sich mit Martin (->) kurzzeitig der Reformation an. Die K. waren während sechs aufeinanderfolgenden Generationen Konsuln (Bürgermeister) von Sitten, wobei das Amt jeweils vom Vater auf den Sohn überging; von Johann 1495 bis zu Johann Jodok (1705). Als Militärpersonen und Grundbesitzer am Ende des Ancien Régimes, wandten sich die K. zu Beginn des 19. Jh. wieder dem Notariat zu, wurden Anwälte und gingen in die Politik, einziges Mittel, ihr Einkommensniveau und Sozialprestige zu halten.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 6, 329-334
  • J. Fayard Duchêne, «Une famille au service de l'Etat pendant six siècles», in Vallesia 48, 1993, 273-366