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deRivaz

Walliser Patrizierfamilie, wahrscheinlich von Evian, wo die Derivaz (alte Schreibweise) im 12. Jahrhundert Bürger waren, oder von Saint-Maurice. Als erster Derivaz wird 1337 Pierre in den Registern von Saint-Gingolph erwähnt. Bis ins 17. Jahrhundert folgten sich neun Generationen, die höchstens auf lokaler Ebene eine Rolle spielten. Der soziale Aufstieg der de Rivaz geht auf den Notar Etienne (1675-1753) zurück, der 1702 Anne-Marie Cayen, die Schwester eines Anwalts des savoyischen Senats, heiratete. Sein Sohn Pierre (->) begründete den älteren, sein anderer Sohn Charles Joseph den jüngeren Zweig. Zum Dank für seine nützlichen Beziehungen zu den savoyischen Untertanen des Königs von Sardinien verlieh die Republik der sieben Zenden Etienne und seinen Nachkommen den Titel franc patriote (Walliser Bürgerrecht). Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwarb die Familie die Herrschaft Le Miroir bei Amphion. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trennten die Nachkommen Etiennes von ihrem Nachnamen das «de» ab, um sich gegenüber den anderen Derivaz, deren Nachkommen zum Teil noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Unterwallis lebten, abzugrenzen. Aus den beiden Zweigen traten insbesondere Charles Emmanuel (->), Anne Joseph (->), Pierre Emmanuel Jacques (->) und Isaac (->) hervor. 1823 erhielt Charles Emmanuel vom König von Sardinien den vererbbaren Titel eines Grafen. Die lokale und kantonale Politik wurde von den de Rivaz, besonders von Charles Emmanuel in der Zeit vor dem Beitritt des Wallis zur Eidgenossenschaft (1790-1815) geprägt. Von den vier Söhnen Pierres hatte keiner Nachkommen, sodass der ältere Zweig 1836 mit Anne Joseph erlosch. Die heutigen auf den Patrizierzweig zurückgehenden de Rivaz stammen von Charles Joseph ab.

Quellen und Literatur

  • StAVS, Nachlass
  • S. Guzzi-Heeb, Donne, uomini, parentela, 2007
Von der Redaktion ergänzt
  • Guzzi-Heeb, Sandro: «Die Dynamik der Geschlechter. Frauen, Männer, Familie und Verwandtschaft in der Walliser Dynastie der de Rivaz (1700-1815)», in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 52/4, 2002, S. 477-493.
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Zitiervorschlag

David Rey: "Rivaz, de", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.09.2013, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023597/2013-09-24/, konsultiert am 26.05.2022.