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CramerZH

1363 in Zürich eingebürgerte, erstmals 1489 im Gr. Rat und 1505 im Kl. Rat vertretene Patrizierfam., die im 16. Jh. viele Ratsherren und Landvögte, mit dem Familienfondsstifter Heinrich (1608) einen Zürcher Schultheissen (Präs. des Stadtgerichts) und mit Heinrich 1593 den Statthalter stellte. Rudolf (1705) erwarb 1676 Schloss und Herrschaft Maur, die bis 1740 im Besitz seiner Erben verblieb. In eidg. und fremden Kriegsdiensten standen der Ratsherr Johann (1519), Kriegsrat bei Novara, sein Neffe Stefan (1529), päpstl. Gardeschreiber in Rom, Berichterstatter der Schlacht von Rimini 1517 und Beteiligter im Sacco di Roma 1527, sowie Caspar (1755), Oberst im Regiment Escher, der sich bei der Belagerung von Lille auszeichnete. Mehrere Mitglieder der Fam. wirkten als Geistliche und Gelehrte, z.B. Jacob (1709), Theologieprof. in Herborn (Hessen), Autor der "Theologia Israelis" und mit der Neuordnung der oriental. Schriften an der königl. Bibliothek in Paris betraut. In der Textilunternehmer- und Bankierstradition standen Johann (1742), mit der Firma C.-Hottinger, sein Neffe Heinrich (1820), Direktor der Kaufmannschaft und später Inhaber der Seidenfirma C.-Werdmüller, dessen Sohn Conrad (1841), Amtmann des Klosters St. Blasien und Inhaber der Bank C.-Tauenstein, sowie dessen Sohn Heinrich (1858), Stadtrat und Seidenherr der Firma "C. zum Bären", der 1841 die Leinwandindustrie im Kt. Zürich einführte. Heinrichs Söhne zogen 1850 nach Mailand: Giovanni (1909) und Enrico (1900) gründeten Seidenfirmen, Corrado (1918), mit eigener chirurg. Ambulanz in der Schlacht bei Solferino 1859, das Asilo evangelico in Mailand und das Zürcher Kinderspital. Sein Enkel Robert entdeckte 1951 die Hämophilie B. Nachkommen des Seidenherrn Hans Rudolf (1835), Inhabers der Firma Cramer-von Gonzenbach, waren Grosskaufleute in Smyrna (Osman. Reich, heute Izmir, Türkei). Die Fam. ist heute in der Schweiz, Italien und Frankreich verbürgert.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 79-81; 4, 138-146; 5, 147-149
  • R. Cramer, «Dr. med. Conrad C.-de Pourtalès, 1831-1918», in ZTb 1973, 1972, 73-83
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