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Rahn

Zürcher Bürgerfam., deren Stammvater Hans (1451), Wirt von Rorbas, 1429 das Zürcher Bürgerrecht erwarb. Die R. waren in den Räten vertreten und wurden zahlenmässig nur von den Meyer von Knonau und den Escher vom Glas übertroffen: Sie sassen ab 1513 30-mal für die Zünfte zur Meisen, Gerwe und Widder (vom 17. Jh. an v.a. für die Letztgenannte) im Gr. Rat sowie ab 1532 13-mal im Kl. Rat. Zu Beginn des 17. Jh. dominierten sie die Zürcher Politik mit drei Bürgermeistern, nämlich mit Hans Rudolf (->) und seinen beiden Söhnen Hans Heinrich (->) und Hans Rudolf (->). Ausserdem stellten sie 13 Landvögte. Die nicht im Staatsdienst tätigen R. waren Handwerker, Fabrikanten, Kaufleute, Rentner, Gelehrte, Geistliche oder traten in militär. Dienste. Den Schildnern zum Schneggen gehörten sie ab 1568 an; im 17. Jh. waren die R. Inhaber dreier Schilder. Mit den Söhnen von Bürgermeister Hans Rudolf teilte sich die Fam. in zwei Linien: Die im 18. Jh. erloschene Linie von Hans Jakob (1601-79) besass ab 1602 für rund ein Jahrhundert die Gerichtsherrschaft Sünikon und war v.a. im Staats- und Militärdienst aktiv. Die zweite, von Bürgermeister Hans Heinrich begründete Linie spaltete sich in drei Zweige, nämlich die Handwerkerlinie von Hans Conrad (1616-76), die zu Beginn des 19. Jh. erlosch, die Linie von Hans Rudolf (1617-56), die bis ins 18. Jh. v.a. Handwerker hervorbrachte, dann Kaufleute und Geistliche, und schliesslich die Linie von Hans Heinrich (->). Die Vertreter der Letzgenannten waren bis Ende 18. Jh. v.a. im Staats- und Militärdienst tätig, ab dem 18. Jh. auch als Geistliche, Ärzte (David ->, Johann Heinrich ->), Gelehrte (z.B. Johann Rudolf ->) und Kaufleute (Hartmann ->). Ab 1882 beteiligten sich die R. an einer Zürcher Privatbank, die seit den 1920er Jahren mit Rahn & Bodmer firmiert. Die R. besassen neben Stadthäusern auch das Schlösschen Susenberg am Zürichberg. 1669 wurde aus der Erbschaft von Bürgermeister Hans Heinrich ein Familienfonds gegründet.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 432-436; 6, 538-548
  • W. Schnyder-Spross, Die Fam. R. von Zürich, 1951