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Waser

Weit verzweigte Zürcher Bürgerfamilie, deren Herkunft ungeklärt ist und deren Genealogie einige Unsicherheiten aufweist. Erste Namensträger sind 1358 in Zürich erwähnt. Weitere, u.a. von Bonstetten und Wiedikon zugezogene W. wurden 1401, 1402 und 1440 als Bürger von Zürich aufgenommen. Als Stammvater gilt Johannes, 1489 Zunftmeister zur Schiffleuten und 1498 Landvogt von Kyburg. Sein Enkel Itelhans (1531) begründete den Dinharder Zweig. Johans (1628-1710) war Pfarrer in Dinhard und mit der Müllerstochter Cleophea Schweizer verheiratet. Ihre Nachkommen übernahmen Mühlen in Dinhard, Ossingen, Stammheim, Neunforn und Altstetten. Die W. gehörten wie die ebenfalls stadtbürgerl. Familien Wiser in Uhwiesen und Wehrli in Stammheim zu den wichtigsten Müllerfamilien der Nordostschweiz. Müller Hans Jakob (1779-1838) verkaufte seine Mühle in Dinhard und zog wieder nach Zürich. Sein Sohn Johann Heinrich (1820-71) eröffnete 1845 am Limmatquai im Haus zum Türken eine Buchbinderei. Später ergänzte dieser die Firma Johann Heinrich Waser & Co. durch einen Papeteriebetrieb und den Grosshandel mit Papier. Letzterer wurde 1891 vom Detailhandel getrennt. Die W. standen im 17. Jh. mit zehn Vertretern im Kl. Rat und mit Bürgermeister Johann Heinrich (->) politisch auf ihrem Höhepunkt. Insgesamt stellten sie bis zum Ende des 18. Jh. 19 Klein- und 52 Grossräte. Den vom oben erw. Johann Heinrich erworbenen Schild der Schildner zum Schneggen hatten sie bis 1843 inne. Die Fam. ging hauptsächlich mit den in franz. Diensten stehenden junkerl. Familien Rahn, Steiner von Uitikon und Lochmann Heiratsverbindungen ein. Aus der erfolgreichen Fam. stammte auch eine Reihe bekannter Gelehrter und Geistlicher.

Quellen und Literatur

  • W. Hofmeister, Genealog. Tab. der Stadtbürgerschaft, 1780-1814 (StadtA Zürich)
  • Schweiz. Geschlechterbuch 2, 586-593; 6, 752-763
  • M. Waser, Vom Zürcher Geschlecht der Waseren, 1941