de fr it

RieterFamilie

Winterthurer Bürgerfam., deren Stammvater Bartholomäus 1522 erstmals in Winterthur urkundlich erwähnt wird. Das Bürgerrecht hatten die R. vermutlich um 1500 erworben. Bartholomäus kaufte um 1520 von Jakob Sirnacher die Werdmühle, die spätere Rietermühle. Die Enkel des Bartholomäus begründeten die beiden Hauptlinien. Die Linie von Laurenz (1599) betrieb bis ins 19. Jh. die Rietermühle. Ein Zweig dieser Linie lebt, seit Heinrich (1788-1835) Pfarrer in Zweisimmen und Gampelen war, im Kt. Bern. Die Leonhard'sche Linie betrieb das Bleicher- und das Kupferschmiedehandwerk und besass vom 17. Jh. bis 1860 die sog. Rieterbleiche. Von den versch. Zweigen dieser Linie ist v.a. der von Kupferschmied Jakob (1692-1727) begründete von Bedeutung. Auf dessen Enkel Johann Jacob (->) geht der Kaufmanns- und Industriellenzweig zurück. Er baute zusammen mit Johann Ulrich Geilinger im Steinhof (1744-1811) und Johannes Graf (1763-1807) ein Handelsgeschäft für Kolonialwaren auf. 1795 trennte er sich von seinen Partnern und gründete das Baumwollhandelsgeschäft Joh. Jacob Rieter jünger zum Eisberg, aus dem im Verlaufe des 19. Jh. die Maschinenfabrik Rieter entstand. Die Firma beteiligte sich ab 1810 an mehreren Spinnereien. 1825-27 baute der Sohn von Johann Jacob, Heinrich (->), die Spinnerei in Niedertöss auf. Jakob Melchior (->), ein Sohn Heinrichs, gründete 1848 den nach ihm benannten Musikverlag. Angehörige anderer Familienzweige widmeten sich weiterhin dem Müller-, Bleicher- und Kupferschmiedberuf; im 18. Jh. wurden viele R. auch Goldschmiede. Die R. waren ab 1661 durch den Müller Joachim (1598-1675) im Gr. Rat von Winterthur und ab 1710 durch Heinrich (1652-1715) im Kl. Rat vertreten. Seit Mitte 17. Jh. hatten sie zudem städt. Ämter inne; im 19. Jh. beteiligten sich die R. an der Winterthurer Politik und stellten u.a. acht Stadträte.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 839-848; 7, 889-896
  • 150 Jahre Joh. Jacob R. & Cie., 1947
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF