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SteinerZH, Winterthur

Winterthurer Kaufmanns- und Schultheissenfamilie. Der erstmals 1504 urkundlich erw. Zuger Bürger Hans (1544), Müller in Niedercham, zog 1522 zunächst nach Zürich, kaufte 1524 die Herrschaft Pfungen und 1528 die Herrschaft Wülflingen. 1587 wurde seinen drei Enkeln, den Brüdern Jakob (->), Hans (1560-1628) und Sebastian (ca.1573-96), das Bürgerrecht der Stadt Winterthur geschenkt. Jakob und Hans zogen nach Winterthur, wo Jakob 1613 zum ersten der sechs Schultheissen wurde, welche die S. bis 1739 stellten. Alle späteren Winterthurer S. stammten von Hans ab. Dieser handelte spätestens ab 1602 mit Salz, wie später auch sein gleichnamiger Sohn (1601-71). Dessen drei Söhne Melchior (->), Hans Jakob (1633-85) und Hans Georg (1635-97) begründeten die drei Hauptlinien des Geschlechts: Melchior eröffnete nach einem Konkurs im Salzhandel eine Gold- und Silberdrahtfabrik, die durch seine Söhne weitergeführt wurde und erst unter seinem gleichnamigen Enkel (1707-62) einging. Zu den Nachfahren Melchiors gehörten der Maler Hans Konrad (1757-1818), der Mediziner Karl Emanuel (->), der Indiennefabrikant Johannes (->) und Stadtpräsident Karl Eduard (->). Diese Linie bestand noch zu Beginn des 21. Jh. Zu der zweiten, auf Hans Jakob zurückgehenden Linie zählten Daniel (1737-86) und Johannes (1749-1817), die nach Bergamo auswanderten. Ihre Nachfahren betätigten sich hauptsächlich als Kaufleute und kamen zum Teil wieder nach Winterthur zurück. Auch diese Linie reicht bis in die Gegenwart. Der bedeutendste Sohn von Hans Georg, dem Begründer des dritten Zweigs, war Schultheiss Johann Georg "zum Steinberg" (->). Zu seinen Nachkommen gehörten ferner der Verleger Johann Heinrich (->) sowie Melchior (->) und dessen Neffe und Nachfolger Melchior (->), die sich in Österreich erfolgreich als Industrielle und Bankiers betätigten. Im Mannesstamm ist diese Linie erloschen. Die S. waren von ihrem Zuger Stammvater an bis zu Beginn des 21. Jh. erbl. Mitglieder der Winterthurer Herrenstubengesellschaft.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 5, 594-606
  • H. Steiner, «Die S. von Winterthur als Nachkommen der Gerichtsherren von Wülflingen», in Winterthurer Jb. 34, 1987, 85-114
  • H. Steiner, «Die S. von Winterthur», in ZTb 2002, 2001, 53-149

Zitiervorschlag

Christian Baertschi: "Steiner (ZH, Winterthur)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023870/2012-11-13/, konsultiert am 01.02.2023.