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deRovéréa

Waadtländer Adelsfam. aus dem Chablais, die ursprünglich aus dem Vallée d'Aulps stammte, wo sie im 11. Jh. erwähnt wird. Ein Zweig, der in Genf unter dem Namen de Rovorée bekannt ist, erwarb im 14. Jh. die Herrschaften Le Crest (Gem. Jussy) und 1343 La Roche d'Ollon. 1404 wurden die R. Herren von Saint-Triphon und des Vallée des Ormonts. Sie waren mit den Fam. de Blonay und d'Avenches verschwägert. Die erste Heirat mit einer Bernburgerin fand kurz vor 1512 statt. Jacques oder Jakob (1528), dessen Mutter die Tochter eines Schultheissen war, erhielt 1515 das Berner Burgerrecht. Dieser Zweig starb rasch aus. Pierre (um 1533), Herr von Granges (VS), Vouvry und Saint-Triphon, trat zur Reformation über. Seine Nachkommen verbanden sich u.a. mit der Fam. de Duin. Am Ende des 17. Jh. häuften sich die Heiratsverbindungen mit Berner Fam., etwa den Nägeli. Im Ancien Régime bekleideten die R. untergeordnete Ämter im Chablais. Einige Familienmitglieder traten als Offiziere in fremde Dienste, darunter Ferdinand Isaak (->). Isaac Gamaliel (->) und sein Sohn François-Gamaliel (1728-83) arbeiteten als Ingenieure in den Salinen von Bex. Aus einem Zweig, der sich im 19. Jh. in England niederliess, stammten zwei Offiziere im Dienst Neapels. Das letzte Familienmitglied starb um 1920 in Italien. Eine späte Schreibweise des Namens lautet Rovéréaz.

Quellen und Literatur

  • ACV, Nachlass
  • W.-F. de Mülinen, «Un condottière vaudois: le chevalier Jaques de R., seigneur de Crest», in RHV, 1917, 65-84
  • H. Meylan-Faure, «Notes sur l'histoire du Chablais vaudois», in RHV, 1918, 130-144
  • D.-L. Galbreath, Armorial vaudois 2, 1936, 607-609