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Achermann

Altes, zahlreiches Nidwaldner Landleutegeschlecht aus Ennetbürgen, im Gebiet der alten Pfarrei Buochs korporationsberechtigt, im 16. Jahrhundert auch in Wolfenschiessen. Die Achermann teilen sich in elf Stämme. Erster bekannter Vertreter ist der 1326 erwähnte Walther. Bereits im 14. Jahrhundert sind sie Güterbesitzer. Seit dem 15. Jahrhundert ist das Geschlecht in den Räten (1427), bis heute in politischen, administrativen, gerichtlichen und militärischen Funktionen auf kommunaler und kantonaler Ebene vertreten. Besonders der sogenannte zehnte Stamm, vom Kastel am Bürgen, stellte im 17. bis 19. Jahrhundert Träger der höchsten Ämter (Landammann, Landeshauptmann, Landschreiber, dazu Landvögte und Kommissare insbesondere im Tessin) und gehörte damit zu den wichtigsten Magistratenfamilien Nidwaldens (Johann Franz ->, Johann Franz Alois ->, Johann Jakob ->, Johann Kaspar ->, Johann Kaspar ->, Stanislaus ->). Verwaltungs-, Solddienste (v.a. in Frankreich) und erfolgreiche Konnubien mit anderen führenden Nidwaldner Familien beförderten den Aufstieg; einige Angehörige der Familien trugen den Rittertitel. Durch Heirat mit den Leuw und Schenkung gehörte dem zehnten Stamm im 17. bis 20. Jahrhundert der Landsitz Ennerberg bei Buochs. Geistliche widmeten sich vor allem der Pfarrseelsorge und der Schulpolitik; Josef Alois (1766-1831), Pfarrer in Buochs, neigte der Helvetik zu. Die Achermann der übrigen Zweige lebten vorwiegend von Landwirtschaft und Gewerbe (18.-19. Jh. Glasermeister, Färber, Goldschmiede, Käsehändler, Wirte) und amtierten als Vorsteher der Ürten. Das Eisenhammerwerk Rotzloch gehörte 1696-1719 Dominik und seinem Sohn Johann Kaspar, die es in der Kriegsstimmung vor dem Zweiten Villmergerkrieg ausbauten.

Quellen und Literatur

  • StANW, Stammbücher
  • F. Odermatt, Der Kt. Unterwalden nid dem Wald im 19. Jh., 1937
  • H.von Matt, «Der Maler Johann Melchior Wyrsch», in Gfr. 101, 1948, v.a. 245-252
  • F. Niederberger, Die Ahnenliste der Kinder des Karl Kranz-Niederberger von Dübendorf-Zürich, 1973
  • P. Steiner, Gem., Räte und Gerichte im Nidwalden des 18. Jh., 1986

Zitiervorschlag

Waltraud Hörsch: "Achermann", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.02.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/024092/2001-02-23/, konsultiert am 08.02.2023.