de fr it

Dillier

Landleutegeschlecht von Unterwalden, das aus Engelberg stammt und sich im 16. Jh. in Ob- und Nidwalden ausbreitete. Im ältesten Jahrzeitbuch von Engelberg von 1491 sind Mitglieder der Fam. für den Beginn des 14. Jh. nachgewiesen; 1413 ist ein Jakob als Fuhrmann des Klosters Engelberg belegt. Um 1600 kaufte Niklaus in Altzellen das Heimwesen Leimi, 1634 erwarb er das Nidwaldner Landrecht. Seine Nachkommen versahen über drei Generationen hinweg das Amt des Kirchmeiers von Wolfenschiessen. Mit Landsfähnrich, Ratsherr und Kirchmeier Josef, dem Bruder von Melchior (->) und Johann Baptist (->), erlosch 1725 der Nidwaldner Zweig.

In Obwalden waren die D. von 1548 an Kirchgenossen von Kerns (Kilcherrecht). Tuchhändler Nikolaus (1582-1664, Marie Barbara von Flüe) zog nach Sarnen und erwarb dort 1633 das Freiteil-Bürgerrecht. Mit den drei Söhnen seines Enkels Jakob Josef (1689, Tuchhändler) verzweigte sich das Geschlecht in drei Linien, die im dörfl. Handwerk und Gewerbe ihr Auskommen fanden und sich vorwiegend auf lokaler Ebene politisch engagierten. Unter den Nachfahren von Justus (1728, Tuchhändler) finden sich bis heute Hafner und Ofenbauer. Aus dieser Linie stammen auch Julian (->) und der Hörspielautor Gerhard (1949). Justus' Enkel Ignaz (1814-90) begründete eine Seitenlinie, zu der auch Landammann Christian (1904-85) und Jost (->) gehören. Ignaz' Fuhrhalterei entwickelte sich zu einem modernen Betrieb im Transport-, Reise- und Nutzfahrzeuggewerbe. Die Linie von Fidel Bati (1729) starb mit Landsäckelmeister Josef Ignaz (->) aus. Die von Nikolaus (1731, Kupferschmied) begründete Linie weist Kupferschmiede, Schmiede, Dachdecker und Kaminfeger auf.

Quellen und Literatur

  • E. Scherer, Beiwort zum Stammbaum D., Ms., 1921-22, (KBNW)
  • L. Ettlin, Dr. Johann Baptist D., 1969, 17-22
  • J. Dillier et al., D., 1990