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Durrer

Das Landleutegeschlecht D. besteht seit Beginn der Überlieferung im 14. Jh. aus getrennten Linien in Ob- und Nidwalden (versch. Wappen). Die Obwaldner D., bis ins 19. Jh. v.a. Bauern, bekleideten ab dem 15. Jh. Ämter der dörfl. Verwaltung und sassen im Rat und im Gericht. Die Nachkommen des Bauern und Ratsherrn Melchior (1765-1843), die sog. Gibler, profilierten sich in akadem. Berufen und als Unternehmer. Politisch waren sie mehrheitlich liberal-radikal. Der Arzt und Armenpolitiker Franz Josef (1816-68) gründete in Unterägeri ein Lungensanatorium und gab den ersten Band der Obwaldner Gesetzessammlung heraus. Einem anderen Zweig der D. entstammte der Schreiner Franz Josef (1816-89), der 1864 in Giswil ein Holzbau- und Parkettgeschäft gründete. Sein Sohn Josef (->) baute das Unternehmen aus, indem er sich u.a. mit Franz Josef Bucher, dessen Mutter eine Gibler war, zusammenschloss. Die Parkettfabriken Giswil (1863-68, 1894-1937, dann bis 1977 Aktiengesellschaft) und Kägiswil (gegr. 1868) sind Familienunternehmen. Einer weiteren Linie gehörte der Bildhauer Balthasar (1762-1841) an. Er wirkte in Sarnen und Luzern und war Mitbegründer der Luzerner Kunstgesellschaft. Die Nidwaldner D. erscheinen ab Mitte des 15. Jh. in der Führungsschicht. Besonders die Mitglieder des Zweigs auf der Mühle in Dallenwil (ab Mitte 17. Jh.) bekleideten polit. Ämter in der Landesverwaltung und den gemeinen Vogteien. Diesen konservativ orientierten Nidwaldner D. entstammt der Kunsthistoriker Robert (->).

Quellen und Literatur

  • J. Wyrsch, «Die "Gibler" von Kerns», in BGN 37, 1978, 103-150
  • D.: zur Chronik einer Fam. aus Kerns, 1985 (KBNW)