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GiuseppeGarampi

28.10.1725 Rimini, 4.5.1792 Rom, kath., aus einem gräfl. Geschlecht von Rimini. 1749 Kanoniker zu St. Peter in Rom, 1751 Präfekt des Vatikan. Geheimarchivs (dessen Bestände er erstmals systematisch katalogisierte) und 1759 des Archivs der Engelsburg. 1761-63 reiste G. - als päpstl. Vertreter am geplanten Augsburger Friedenskongress zum Abschluss des Siebenjährigen Krieges - mit diplomat. Aufträgen durch ganz Westeuropa. 1764 begleitete er den Luzerner Nuntius Niccolò Oddi an den Reichstag in Frankfurt zur Königswahl Josephs II. 1772 wurde G. Titularebf. von Beirut und Nuntius in Polen, 1776 Bf. von Montefiascone und Corneto (Latium). Nach der 1785 erfolgten Kardinalsernennung hielt er sich abwechselnd in Montefiascone und in Rom (Kurienaufgaben) auf. G. gilt als der bedeutendste Diplomat und beste Deutschlandkenner des Vatikans in der 2. Hälfte des 18. Jh.

Im Frühling 1762 bereiste G. die Schweiz. Er unterstützte Oddi in den vergebl. Bemühungen zur Bekämpfung der Gebrüder Agnelli in Lugano, Fortunato Bartolomeo Felices in Bern und François Grassets in Lausanne, die antijesuit. und papstfeindl. Bücher druckten. Der in ganz Europa bekannte Diplomat wurde auch in den ref. Städten der Schweiz mit grossen Ehren empfangen. G. stellte bei diesen Besuchen die Unterlegenheit der kath. Schweiz in wirtschaftl., militär. und wissenschaftl. Belangen fest. Durch einen umfangreichen Briefwechsel mit den Schweizer Nuntien und einzelnen Wissenschaftlern wie etwa Johann Rudolf Iselin hatte G. bis zu seinem Tode Kontakt mit Schweizern. Er verfolgte mit Sorge die Auswirkungen der Franz. Revolution im Gebiet der Luzerner Nuntiatur. Als Protektor des Collegium Germanicum-Hungaricum in Rom 1790-92 befürwortete er die bisher umstrittene Aufnahme von Schweizern.

Quellen und Literatur

  • U. Fink, Giuseppe G. und die Schweiz: 1762-1792, 1990
  • U. Fink, Die Luzerner Nuntiatur 1586-1873, 1997
  • DBI 52, 224-229
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