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Decius

Im Vicus Genf und im übrigen Gebiet der röm. Kolonie Vienne (Dauphiné) sind mehrere Individuen mit dem Gentilnamen D. bezeugt. Da die mit dem röm. Bürgerrecht ausgezeichneten Gallier in der Regel das Gentiliz dessen übernahmen, dem sie dieses Privileg verdankten, sind diese aber nicht zwangsläufig verwandt.

Quintus D. Alpinus, dem in den ersten Jahrzehnten der Kaiserzeit das Kollegium der nautae lacus lemanni in Genf eine Ehreninschrift gestiftet hat, war als Quattuorvir Mitglied der obersten Behörde in Vienne und gehörte damit zur Schicht der Dekurionen.

Publius D. Esunertunus und sein Vater Trouceteius Vepus werden auf einer in Genf gefundenen Inschrift aus dem Jahr 8 v.Chr. erwähnt, der Gallier Troucetes, dessen Tochter Bituna sowie deren Mann Dubnacus auf einer Grabinschrift aus Saint-Alban-de-Roche bei Chambéry (Savoyen). Trouceteius Vepus, ein direkter oder indirekter Nachkomme des Troucetes, hat seinen ursprünglich rein gall. Namen latinisiert. Erst sein mit dem röm. Bürgerrecht ausgezeichneter Sohn trägt einen röm. Namen. Seinen kelt. Eigennamen Esunertunus hat er als Cognomen behalten.

Möglicherweise entstammte auch Sextus D. als Sohn von Publius D. Esunertunus dieser Familie. Sextus hatte als Militärtribun unter Tiberius gedient und war von der lokalen Oberschicht, der alle hier genannten Decii angehörten, in den Ritterstand aufgestiegen. Da der dekorierte Offizier auch Vorsteher des Kaiserkultes und Quattuorvir von Vienne war, besteht vielleicht auch eine Verwandtschaft mit den Decii Alpini.

Quellen und Literatur

  • CIL XII, 2356, 2430, 2623
  • G. Walser, Röm. Inschriften in der Schweiz 1, 1979
  • S. Demougin, Prosopographie des chevaliers romains julio-claudiens, 1992, 253