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Pansius

Vater und Sohn P. sind je auf einer Grabplatte überliefert, welche die Ehefrau und Mutter Iulia Decumina gestiftet hatte. Da sich der Vater Sohn des Cornutus nennt, sind drei Generationen dieser Fam. bekannt. Ihr Gentilname leitet sich vom bekannten Cognomen Pansa ab, zu den traditionsreichen Cognomina zählt auch das des Cornutus. Trotzdem muss offen bleiben, ob die Pansii eingewanderte Römer oder romanisierte Einheimische waren. Iulia dürfte zu den Neubürgern gezählt haben. Dass die Fam. zur Oberschicht gehörte, belegen die Ämter des Marcus P., der Duumvir (Bürgermeister) und Flamen (Kaiserpriester) war. Auch die Ehefrau wirkte als Kaiserpriesterin. Umstritten bleibt, wohin diese Ämter gehörten: zum Forum Claudii Vallensium (Martigny), zur Civitas der Nantuates oder zu allen vier Walliser Stämmen. Daher ist auch nicht sicher, wann diese Fam. lebte, vielleicht am Ende des 1. Jh. n.Chr.

Quellen und Literatur

  • CIL 12, 150 f., 156
  • G. Walser, Röm. Inschr. in der Schweiz 3, 1980
  • R. Frei-Stolba, «Die röm. Schweiz», in Aufstieg und Niedergang der röm. Welt, hg. von H. Temporini, W. Haase, Tl. 2, Bd. 5, 1976, 380-382
  • A. Bielman, R. Frei-Stolba, «Les flaminiques du culte impérial», in Etudes de lettres, 1994, Nr. 2, 113-126
  • L.-A. Gysler, A. Bielman, «Le flaminat municipal», in Etudes de lettres, 1994, Nr. 2, 93-111