de fr it

Video

Erste für Schulung, Kontrolle und Überwachung geeignete und erschwingl. Videogeräte wurden um 1968 importiert. Später kamen Videogeräte ausser im privaten Bereich auch in der Videokunst, um die es hier geht, zum Einsatz. In der Westschweiz führte u.a. Guy Milliard mit der tragbaren Videokamera ab 1970 soziokulturelle Projekte durch. Gefördert von ihrem Lausanner Mentor René Berger, schufen René Bauermeister (1930-85), Gérald Minkoff (1937-2009), Muriel Olesen (1948), Jean Otth (1940) und Janos Urban (1934) ab 1970 erste künstler. Videobänder und -installationen. In der Deutschschweiz folgten Urs Lüthi (1947), Dieter Meier (1945) und weitere, deren Bänder aber verschollen sind. In der 2. Hälfte der 1970er Jahre wurde V. im Kunstunterricht eingesetzt (Atelier média mixtes von Chérif & Silvie Defraoui an der Ecole supérieure d'art visuel in Genf). Im Umfeld der ersten selbstverwalteten Produktionskollektive in Zürich (Videoladen), Bern (Container-TV) und Basel (Videogenossenschaft) entstanden Community-Media-Projekte (Heinz Nigg, 1949) oder freie künstler. Arbeiten (Anna Winteler, 1954). 1980 wurden die Jugendunruhen mit V. dokumentiert (u.a. "Züri brännt"). In den Haushalten ersetzten Videokameras den Super-8-Film, Heimvideorecorder zeichneten Fernsehsendungen auf oder spielten Kassetten ab. 1979-2001 fand das Festival Videoart in Locarno statt, das Medienkunstfestival Viper 1980-2000 in Luzern und 2000-06 in Basel, 1985-2007 die Biennale de l'Image en Mouvement in Genf, 1984-88 die Videowochen im Wenkenpark in Riehen. 1984 übernahm René Pulfer (1949) die Leitung der Videofachklasse an der Basler Schule für Gestaltung, zu deren bekanntesten Absolventen Pipilotti Rist (1962) zählt. Ab Mitte der 1990er Jahre lösten digitale Formate die analogen ab, um 2000 verdrängten die DVD, der Speicherchip und die nonlineare Verarbeitung mit Festplatte das Band als Träger. Als Kunstgattung löste sich V. im Multimedia auf, als Hobby lebt es in YouTube weiter.

Quellen und Literatur

  • J. Gfeller, «V., das erste Jahrzehnt», in K+A 46, 1995, H. 1, 45-55
  • Bull. Memoriav 5, 1999