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Nordmann

Jüd. Familie aus Hegenheim (Elsass), von der sich mehrere Zweige in der Schweiz niederliessen. Moïse (1837-1928) war Begründer des Zweigs, der 1887 das Bürgerrecht von Boppelsen erhielt und sich in Biel und später in Genf ansiedelte. Die Heirat seines Enkels Robert (->) mit Simone Maus stand am Anfang der Manor-Holding (MAus und NORdmann). Der Freiburger Zweig, der 1892 das Bürgerrecht von Seuzach erwerben sollte, liess sich 1875 in Olten nieder. 1885 übersiedelten Abraham (1843 bis April 1912), ein entfernter Cousin von Moïse, und seine Frau Elise (1849-1912) nach Freiburg. Das Ehepaar war in Freiburg und in den umliegenden Gebieten im Textilhandel aktiv. Ihre Söhne Maurice (1874-1918), Isidore (1876-1957) und Camille (1878-1955) brachten die Firma zur Blüte. Isidore heiratete Alice Bloch, Tochter des Léopold, die die Geschäfte "A la ville de Paris" in Freiburg, Langnau-Langenthal, Aarberg, Frutigen und Zweisimmen in die Ehe einbrachte. Er kaufte in Freiburg einen Laden zurück, der zuerst "Trois Tours" (1919), später "La Placette" (1976) und schliesslich "Manor" (2001) hiess. Geschäftlich blieb er mit seinen Genfer Cousins in Verbindung. In der nächsten Generation entwickelten Jean (->), der erste jüd. Oberst in der Schweizer Armee, und sein Cousin André, Sohn des Camille, die Firma weiter. Andrés Sohn Jean-Luc präsidierte die Nordmann Fribourg Holding (Manor). Mehrere Familienmitglieder waren in anderen Bereichen tätig, darunter Roger (->) und dessen Sohn Patrick (1949) im Journalismus sowie François (1942) in der Diplomatie.

Die N. nahmen in Genf und Freiburg am lokalen Leben teil und waren sehr aktive Mitglieder der jüd. Gemeinde ihrer Stadt wie auch des Schweiz. Isr. Gemeindebunds, den Jean präsidierte. In Freiburg engagierte sich Isidore beispielhaft in der Politik (Freisinnige Partei), als Oberstleutnant und als Dirigent des Armeespiels der Landwehr und Roger (1973) wurde 2004 SP-Nationalrat. Jean-Luc (1942) stammte von einer Linie ab, die sich in Arlesheim einbürgerte, und leitete das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit sowie 1991-2007 das Seco.

Quellen und Literatur

  • A.-V. Fouradoulas, La communauté juive à Fribourg et son environnement cantonal (1895-2000), 2007