de fr it

Verdan

Noch bestehende Familie von Freiburg, wo sie seit 1340 nachgewiesen ist. Ein Zweig siedelte sich in Sugiez (heute Gemeinde Mont-Vully) an. 1784 erlangten die Verdan das Bürgerrecht von Neuenburg und 1786 jenes von Biel. Jean-Daniel (1716-1995) kam aus dem Vully und arbeitete 1743 in der Indiennemanufaktur von Cressier (NE), bevor er sich 1747 in Cortaillod niederliess. Sein Sohn François (->) und dessen Nachkommen kauften – teils nach einer gewissen Pachtdauer – mehrere Indiennefabriken im Gebiet von Neuenburg, so in Marin, Boudry (Grandchamp, wo drei Generationen aufeinanderfolgten, sowie Les Isles) und Colombier (Le Bied), oder pachteten diese wie in Saint-Blaise und Valangin (La Borcarderie). Die Verdan siedelten die Indiennefabrikation in Greng, Biel, Portalban und Freiburg an, wohin Abraham (1755-1823) von der Freiburger Obrigkeit 1785 zur Errichtung einer Fabrik eingeladen worden war. In Biel verband sich die Familie durch Heirat mit den Neuhaus. Sie erwarben rasch ein Vermögen, aber noch vor der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte der Niedergang ein; Frédéric (->) war einer der Letzten, der sich der Krise widersetzte. Darauf verlagerten die Verdan ihre Tätigkeiten in die Uhrenindustrie und den Handel mit Uhren, Kolonialwaren, Tabak und Wein.

Quellen und Literatur

  • Museum Neuhaus, Biel, FamA Neuhaus und Verdan
  • P.E. Pasche, Recherches généalogiques concernant la famille Verdan, Ms., o.J. (AEN)
  • M. Evard, Périple au pays des indiennes, 2002
  • I. Ehrensperger-Katz, «Die Indienne-Druckerei im Drei-Seen-Land im 18. und 19. Jh.», in Der Seebutz 53, 2003, 29-49
  • P.-A. Borel, Famille Verdan, communière de Sugiez, branche des maîtres indienneurs, 2010

Zitiervorschlag

Myriam Volorio Perriard: "Verdan", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.10.2016, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/024974/2016-10-04/, konsultiert am 26.02.2024.