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Fassbind

Altes Landleutegeschlecht in Schwyz, im Artherviertel, heute noch heimatberechtigt in Arth, Ingenbohl, Lauerz, Schwyz und Steinen. Ein Zweig ist seit dem 14. Jahrhundert Bürger der Stadt Luzern. Die Fassbind sassen oft im Rat zu Schwyz und stellten sechs Landvögte, drei Siebner (Viertelsvorsteher), zwei Landschreiber sowie zwei Kanzler des Fürstabts von Einsiedeln. Landvogt und Siebner Franz Fassbind (1645-1712) war 1705-1706 mehrmals Tagsatzungsgesandter. Gottfried Fassbind und dessen Sohn Joseph bekleideten die Ämter des Regierungsrats und Landammanns. Josephs Bruder Gottfried Fassbind (1854-1924) war 1882-1883 Präsident des Kantonsrats und 1890-1903 der Kantonalbank. Die Familie betrieb 1846-1994 in Oberarth über fünf Generationen hinweg ein Wein- und Destilleriegeschäft. Mit dem 1819 in Brunnen erworbenen Rössli (verkauft 1874) und dem 1870 eröffneten Waldstätterhof (verkauft 1963) sowie den Hotels auf Rigi-Klösterli (1890-1950), Rigi-Kaltbad (1927-1960) und in Engelberg (1905-1956) begründeten die Fassbind das heute noch bestehende Hotelimperium mit Hotels in Lugano (seit 1912), Lausanne (seit 1962), Vitznau (1964-2003), Genf (seit 1980), Bern (seit 1980) und Zürich (seit 2014).

Aus einem Zweig in Lachen gingen ein Säckelmeister und ein Landesstatthalter der March hervor. Georg Johann Fassbind, Zeugherr und Landeshauptmann der March, zog um 1619 nach Schwyz. Siebner Rochus Dominik Fassbind (1688-1784) errichtete in Schwyz mit über 20'000 Gulden Stiftungen für die Spital- und Armenpflege.

Quellen und Literatur

  • Staatsarchiv Schwyz, Schwyz, Personalakten.
  • Styger, Martin: Wappenbuch des Kantons Schwyz. Opus posthumum, 1936, S. 38.

Zitiervorschlag

Auf der Maur, Franz: "Fassbind", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.06.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025042/2020-06-18/, konsultiert am 05.03.2021.