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Anderwert

Alte Familie von Emmishofen (seit 1928 Gemeinde Kreuzlingen). Die Anderwert traten in der Reformation zum neuen Glauben über. Während Jahrhunderten gehörten sie zur Dorfaristokratie und stellten Landrichter und Quartierbeamte. Zu grosser Bedeutung gelangten Nachfahren des um 1685 zum Katholizismus zurückgekehrten Georg: Mit Johann Georg (1794), 1761-1794 Sekretär des thurgauischen Gerichtsherrenstands und 1764-1794 Klosteramtmann von Münsterlingen, stieg ein Zweig der Familie in die ländliche, noch halb feudale Oberschicht des Thurgaus auf. Seine Söhne Joseph (->) und Adrian (1768-1821) folgten dem Vater nacheinander in dessen Ämtern. Im 19. Jahrhundert stellte die Familie nebst Gemeinde-, Kreis- und Bezirksbeamten sowie Kantonsräten die Regierungsräte Johann Ludwig (->) und Joseph (->) sowie den Bundesrat Fridolin (->). Wohl nicht zuletzt weil letztere ledig und ohne Nachkommen blieben, spielte die Familie im 20. Jahrhundert keine herausragende Rolle mehr.

Quellen und Literatur

  • H. Lei, «Der thurg. Gerichtsherrenstand im 18. Jh.», in ThBeitr. 99, 1962, 1-177, v.a. 65-72

Zitiervorschlag

André Salathé: "Anderwert", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.08.2002. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025057/2002-08-22/, konsultiert am 19.05.2024.