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Leumann

Alteingesessene ref. Fam. von Kümmertshausen und Mattwil. 1579 ist sie unter dem Namen Lyman bezeugt, vorher nannte sie sich vermutlich Leu (Löwenhaus in Kümmertshausen). Der Fam. gelang im 19. Jh. ein rascher wirtschaftl. und gesellschaftl. Aufstieg durch Unternehmensgründungen im In- und Ausland (Textilindustrie), u.a. durch Jakob (1827-99) und den Ständerat Johann Georg (->). Nachkommen des Pfarrers Johann Konrad (1830-1913) von Berg (TG) waren die Sprachwissenschaftler Ernst (->) und sein Sohn Manu (->) sowie Julius (1867-1945), Altphilologe und 1908-28 Rektor der Kantonschule Frauenfeld. Isaak (1807-87) wanderte 1831 von Kümmertshausen nach Italien aus. Sein Sohn Carlo Giovanni Napoleone (1841-1930) gründete 1872 das Buntweberei- und Färbereiwerk Cotonificio N. Leumann in Collegno bei Turin. 1927 beschäftigte die Firma 1'500 Arbeiter. Durch Heirat und Aktienkauf gelangte das Unternehmen an die Fam. Rossi di Montelera, Besitzerin der Aperitive Martini-Rossi, die 1972 die Textilproduktion einstellte. Carlo Giovanni Napoleone erstellte 1892-1914 in Collegno auch die Arbeiterwohnsiedlung Villaggio Leumann (heute Museum) mit Schule, Theater, Kirche, Kindergarten, Mensa, Mädchenheim, Post und Bahnhof.

Quellen und Literatur

  • E. Leumann, Stücke zu einer Gesch. des thurg. Geschlechtes L., 1900
  • Die Südschweiz, 24.5.1985
  • C. Gütermann, Leumann - Storia di un imprenditore e del suo villaggio modello, 2006