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Nager

Die im Oberwallis in Ernen und Blitzingen ansässige Bauernfam. nannte sich ursprünglich In Agro und Inager. 1564 kamen N. nach Ursern. Angeblich zur Würdigung des von ihm eingeführten hochfetten Urschner Käses erhielt Christen für sich und seine Nachkommen im Mai 1614 das Urschner Talrecht. Zuerst in Realp niedergelassen, zog ein Teil des Geschlechts später nach Hospental und Andermatt. Die N. betätigten sich ausser in der Land- und Alpwirtschaft hauptsächlich im Verkehr und Handel über den Gotthard und erlangten Ansehen, Reichtum und Ämter. 1759 wurde Franz Josef (->) als Erster der Fam. Talammann von Ursern, bis 1888 folgten weitere vierzehn, unter ihnen Regierungsrat Gerold (->). Vor und nach dem Bau der Gotthardbahn zogen Einzelne nach Altdorf (UR) und Luzern. Hier wurde der spätere Ständerat Jost Josef (->) zum Stammvater der Luzerner Linie.

Quellen und Literatur

  • StAUR
  • Schweiz. Geschlechterbuch 7, 862-867
  • I. Meyer, «Die Ursener Geschlechter und ihre Herkunft», in Urner Wbl., 1941, Nr. 8
  • I. Meyer et al., Die Talammänner von Ursern (1203-2000), 2000