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KeiserZG

Zahlreiches Geschlecht der Stadt Zug, das im nahen Oberwil um 1380 erstmals belegt ist und dort auch seinen Schwerpunkt hatte. 1478 wurde ein Hans Bürger und 1488 wohl derselbe Ratsherr der Stadt, in der das Geschlecht seither stark in lokalen Ämtern präsent war, besonders als Vögte in den städt. Vogteien. Auch im Stadtrat war es meistens vertreten; der Sitz wechselte zwischen den versch. Linien. Militärisch waren die K. mit Ausnahme des Ratsherrn Markus Anton Fidel K. zum Frauenstein (1733-1810) und dessen Sohnes Karl Franz (1767-1835), beide Grossrichter in einem franz. Garderegiment, bedeutungslos. Auffällig sind die vielen Geistlichen und Nonnen, wobei 38 der 64 vor 1900 belegten Geistlichen zwischen 1650 und 1750 geboren wurden. Die Linie von Martin (1635) wies bis ins frühe 19. Jh. in jeder Generation mindestens einen Kleriker auf. Aus andern Linien stammten Karl Kaspar (->) und Heinrich Alois (->), die wichtigsten Kleriker des Geschlechts. Karl Oswald (1663-1737) begründete eine Zinngiesserdynastie, die mit Beat Jakob (1821-97) endete. Wichtig war auch die Linie der Glockengiesser, ausgehend von Martin (1619-72) aus Solothurn, der sich 1662 in Zug niederliess. Der Ofenbauer Josef Anton (1859-1923) führte mit seiner Frau Elisabeth Meyer (1864-1938) aus Winterthur, Schülerin des letzten Vertreters der Pfau-Dynastie, das traditionelle zuger. Kunsthandwerk zu seiner letzten Blüte. Im 19. Jh. erreichten Vertreter des vor- wie nachher auf kant. und eidg. Ebene nur unbedeutenden Geschlechts höchste polit. Ämter, darunter mit Franz Xaver (->) und Gustav Adolf (->) dasjenige des Landammanns. Der Sozialaufsteiger Franz Xaver begründete eine Linie konservativer Politiker. Seine Söhne Kaspar (->) und Martin Anton (->) waren Ständeräte, sein Enkel Theodor (->) Regierungs- und Nationalrat. Der Weinhändler und helvet. Regierungsstatthalter Johann Martin (1750-1821) stand am Anfang einer Beamten- und Weinhändlerlinie, die in einem barocken Herrenhof wohnte und deshalb den Beinamen "K. im Hof" erhielt. Sein Sohn Josef Martin (1776-1842) war helv. Sekretär und 2. Landschreiber; sein Enkel Klemens (->) war Landschreiber, ebenso sein Urenkel Albert (->).

Quellen und Literatur

  • P. Aschwanden, Aus der Geschichte der Zuger Fam. Kaiser im Hof, 1966
  • R.J. Müller, Zuger Künstler und Kunsthandwerker, 1972