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SchmidZG

Altes Geschlecht in der Gem. Baar. Ein Heinricus Faber de Walterswile ist 1282 als Zeuge vor einem Schiedsgericht erwähnt. Ab jener Zeit sind die S. in Walterswil nördlich der Baarburg als Inhaber eines Erblehens des Klosters Kappel belegt. 1585 verzichteten diese auf das Dorfrecht von Baar. Die Walterswiler S. erlangten mit Ausnahme von Ammann Heinrich (->) keine grössere öffentl. Bedeutung, wohl aber die von diesen abstammende Linie der sog. Berg-S. Sie stellten im 18. und 19. Jh. über mehrere Generationen hinweg Ratsherren, darunter Michael (1841-96), Kantonsrat und 1862 Hauptgründer der heute noch bestehenden Brauerei Baar. Bedeutendster Geistlicher aus dieser Linie ist Karl Josef (1801-74), der ab 1846 als Abt Heinrich des Klosters Einsiedeln amtierte.

In keiner erkennbaren Verbindung zu diesen S. stehen die sog. Boden-S., die ab dem 16. Jh. zu den wichtigsten Baarer Fam. gehörten. Sie gehen auf Hans zurück, der 1529 das Dorfrecht von Baar erwarb. Sein Sohn Gotthard (->) wurde wie sein Enkel Martin (->) Ammann des Standes Zug. Unter Abt Peter (->), einem Bruder von Martin und einem der vielen Angehörigen dieses Stammes, die Geistliche oder Nonnen wurden, erwarb das Kloster Wettingen 1629 die Walterswiler Güter. Ebenfalls zu dieser Gruppe zählen der bedeutende Jesuitenmissionar Martin (->), Salome (1600-77), Äbtissin des Klosters Tänikon, und Anna Klara (1769-1842), Äbtissin des Klosters Seedorf. Deren Bruder, Landammann Josef Johann Nepomuk (->), einer der vielen Ratsherren der Boden-S., stand am Anfang einer direkten Generationenfolge von Regierungs- und Ständeräten. Diese Ämter versahen sein Sohn Josef Leonz (->), sein Enkel Josef Leonz (->) und sein Urenkel Rudolf (->). Zur selben Linie gehört der seit 1942 als Familienstiftung organisierte Betrieb der Höllgrotten (Tropfsteinhöhlen) bei Baar.

Quellen und Literatur

  • StAZG, FamA der Boden-S.
  • R. Schmid, «S. von Baar», in Heimatbuch Baar, 1959, 3-17